Ich frage mich, ob eine Beziehung auf Dauer funktionieren kann, wenn man schon sehr früh merkt, dass man unterschiedliche Nähe- und Zuneigungsbedürfnisse hat.
Konkret: Ich bin jemand, der körperliche Nähe sehr mag – auch in der Öffentlichkeit. Für mich ist es schön, Händchen zu halten oder meinen Partner ab und zu zu küssen. Mein Partner ist da eher zurückhaltend und möchte das in der Öffentlichkeit kaum. Zu Hause zeigt er mir durchaus Zuneigung, auch körperlich, aber insgesamt habe ich das Gefühl, dass mein Bedürfnis nach Nähe größer ist als seins.
Dazu kommt, dass es ihn teilweise auch nervt, wenn ich ihm „zu viel“ Nähe zeige. Ich versuche dann, mich zurückzunehmen und meine Bedürfnisse zu unterdrücken, um ihn nicht zu bedrängen. Gleichzeitig merke ich aber, dass mich genau das auf Dauer anstrengt und ich mich dadurch weniger geliebt oder gewollt fühle.
Auch beim Schlafen zeigt sich der Unterschied: Er mag es nicht, berührt zu werden, wir schlafen nebeneinander ohne zu kuscheln. Das habe ich inzwischen akzeptiert, weil es für mich kein großes Problem ist. Was mich eher beschäftigt, ist, dass Nähe fast immer von mir ausgeht – sei es beim Aufwachen, beim Kuscheln oder generell bei Zärtlichkeiten. Ich bin meist diejenige, die den ersten Schritt macht.
Meine Frage ist daher:
Kann man mit so unterschiedlichen Nähebedürfnissen wirklich dauerhaft glücklich werden, oder führt das langfristig eher zu Frust auf einer Seite – selbst wenn man sich liebt und grundsätzlich Rücksicht nimmt?
Ich freue mich über ehrliche Erfahrungen und Meinungen.