Unheilbare Depression?
Moin.
Ich hab ein kleines Problem mit der Aussage, unheilbare Depression! Wie kann irgendjemand diese Diagnose stellen, wenn Depression doch "heilbar"ist!? Auch mit der Aussage "seit dem 4. Lebensjahr..." hab ich so meine Probleme!
Leider ist es in den letzten Jahren zur Mode geworden, plötzlich ne Krankheit "seit Jahren" zu haben. Eine Depression kann nicht so leicht diagnostiziert werden und wenn man die "Passenden Antworten" hat, ist die Diagnose auch relativ leicht.
Ja, es klingt böse und provokant aber es sind halt Aussagen die nicht so wirklich zusammen passen!
Ich hab selber eine mittelgradige Depression und ich weiß wie hart der "Kampf" ist! Meine Diagnose wurde auch nicht nur so gestellt, es hat sehr lange gedauert ua auch weil ich es mir selber nicht eingestehen wollte! Meine Frau hat mich zum Arzt gejagt und auch mein Arzt ging mir damit schon sehr lange auf den Nerv!! Dann hatte ich ein sehr langes Gespräch mit meinem Hausarzt und als Ergebnis einen Reha-Antrag!
Es dauert sehr lange, bis man einen Erfolg sieht und es gibt verschiedene Ansätze! Kein Arzt/Psychologe hat jemals von einer unheilbaren Depression gesprochen oder davon berichtet, also wie soll diese Diagnose erstellt worden sein?
Meine Depression kann ich ziemlich gut erklären bzw den Auslöser nennen! Ich bin Asthmatiker und es war Jahre lang kein Problem, bis es sich zum bronchial Asthma entwickelt hat und kein Medikament eine Wirkung gezeigt hat. Mein Lungenvolumen war lange Zeit deutlich unter 50% und niemand konnte erklären warum das so ist! Ich habe auch unzählige Medikamente getestet und entweder gab es starke Nebenwirkungen oder keine Wirkung! Es wurde dann auch irgendwann überlegt, eine Lungentransplantation als letzte Möglichkeit zu nehmen...... Das war der Auslöser meiner Depression, denn dumm wie ich war hab ich es jahrelang ignoriert, denn schließlich "war das alles nicht so schlimm und das wird schon wieder"!
8 Antworten
Die Ignoranz derer die es nicht besser wissen und/oder kennen.
Klar kann man Dinge hinterfragen, aber es ist sehr heikel bis einfach dumm, zu glauben, man könne sich und seine persönliche Situation nehmen und die dann eins zu eins auf eine andere Person und Situation übertragen, welche ähnlich ist oder nur zu sein scheint. Also was hier hinterfragt wird und die Art wie es getan wird, ist mehr als nur fragwürdig.
Depression ist nicht gleich Depression und auch die Behauptung 'eine Depression sei (allgemein) heilbar' ist sehr heikel, weil, um es simpel auszudrücken, die Psyche allgemein ein nach wie vor sehr unbekanntes Terrain ist, ggbfs. auch bleiben wird.
Vor allem - so denke ich - weil sie eben nicht 1 zu 1 übertragbar ist. Sie wohl so individuell ist, wie der Mensch selbst ist. Wir wissen grob um die Funktionen und Abläufe, aber wie es alles zusammenhängt, wie es sich abspielt und was es letztlich mit der jeweiligen Person macht, das weiß man eher nicht.
Das fängt bereits bei dem Glauben an, was eine Depression überhaupt sei 'äußert sich durch Freudlosig-, Antriebslosigkeit, Schlaflstörungen etc.'. Klar. Man erkennt Auffälligkeiten, kategorisiert sie und gibt dem ganzen einen Namen. In dem Fall eben "DIE DEPRESSION".
Und es geht weiter bei der Ansicht, dass es ja nur dann eine Depression sei, wenn sie auch zur Belastung wird und sobald die Belastung weg ist oder auch ge- bzw. ertragen werden kann, sei damit die Depression geheilt. Das würde ich als äußerst kritisch betrachten und da könnte man es doch ebenfalls hinterfragen.
Mitunter ist die Depression auch gar nicht einmal das Problem, sondern vielmehr eine Begleiterscheinung einer ganz anderen Problematik. Letztlich geht es auch einfach darum: eine vorliegende Problematik. Wenn diese bleibend ist, kann man dann nicht auch berechtigt von einem permanenten Zustand sprechen? Diese 'Unheilbarkeit' anerkennen?
Es ist auch möglich, dass es überhaupt gar keine Depression ist, sondern etwas das sich lediglich ähnlich wie eine Depression äußert. Das ist sehr schwierig bis unmöglich klar zu sagen, weil wie gesagt, die Psyche liegt nach wie vor stark im Dunkel. Da geht es u.a. um die 'Hirnchemie' - also speziell die Neurochemie, welche sich im Gehirn abspielt.
So wäre es möglich, dass bestimmte Rezeptoren nicht wie bei normalen Menschen agieren bzw. reagieren und daher u.a. das Empfinden von Freude generell oder vielleicht auch durch eine Ursache bedingt, nicht oder nicht mehr wahrgenommen werden kann oder für die Person nicht existiert, was somit im Grunde wie eine permanente Depression ist/ scheint. Evtl. auch das die Depression zu einem festen Bestandteil der Persönlichkeit werden kann. Also das man es anders überhaupt nicht kennt.
Das ist absolute Spekulation und daher nicht zielführend, aber es sind Beispiele - Möglichkeiten.
Wenn deine Depression heilbar war oder ist, dann ist das schön für sich, aber mit der Einstellung kannst du nicht hingehen und glauben und sagen, dass wäre somit allgemein gültig - 'wenn ich das kann, dann kann es jeder'.
So läuft das nicht und nicht nur in dem Bereich. Aber es ist eben leider muss man sagen, eine übliche Herangehensweise.
Jeder Mensch ist anders gestrickt und auch die Hintergründe sind oder können, grundverschieden sein, wie eben bei dieser Aussage oder besser dem Fazit hier, dass die Depression die Folge von einer in Aussicht stehenden Lungentransplantation war. War das Thema vom Tisch, war es damit auch die Depression.
Also insgesamt und generell bereits ein extrem schlechter Vergleich.
Da wäre es sogar besser man würde eine typische oder herkömmliche Depression nehmen, von wegen, dass man eben auf einmal immer weniger Freude empfinden konnte, was letztlich eben in Depression mündete, welche man irgendwie aber überwinden konnte. Als würde man hier von einer Midlife-Crisis sprechen, welche ja auch häufig mit einer Depression verglichen oder gar gleich gesetzt wird.
https://youtu.be/OionwehkoDs?si=Z1qUBizZE64zX5SM
# "Neustart fürs Gehirn: Wege aus der Depression" - Informationen und Diskussion
**Die Dokumentation "Neustart fürs Gehirn: Wege aus der Depression"** beleuchtet den Hintergrund der Krankheit, neue Forschungsergebnisse und alternative Behandlungsmöglichkeiten (wie MBCT) zu Medikamenten. Sie wurde im Februar 2020 auf dem deutschen Fernsehsender 3sat ausgestrahlt.
**Kernpunkte der Dokumentation:**
* **Depression ist eine weit verbreitete und komplexe Krankheit:** Von schätzungsweise 280 Millionen Menschen weltweit betroffen, ist Depression ein Hauptfaktor für Behinderung und verminderte Lebensqualität.
* **Biologische, psychologische und soziale Faktoren tragen zu Depressionen bei:** Während die genauen Ursachen von Depressionen nicht vollständig geklärt sind, deuten Untersuchungen darauf hin, dass eine Kombination aus genetischer Veranlagung, Hirnchemie, Lebenserfahrungen und sozialen Faktoren eine Rolle spielt.
* **Traditionelle Behandlungen von Depressionen umfassen Psychotherapie und Medikamente:** Psychotherapie, wie die kognitive Verhaltenstherapie (CBT), kann Menschen helfen, negative Denkmuster und Verhaltensweisen zu erkennen und zu ändern, die zu Depressionen beitragen. Antidepressiva können die Hirnchemikalien regulieren, die die Stimmung beeinflussen.
* **Neue Behandlungsmöglichkeiten bieten neue Hoffnung:** Ketamin, ein Medikament, das ursprünglich als Anästhetikum verwendet wurde, hat sich als vielversprechend erwiesen, um depressive Symptome schnell zu lindern, insbesondere in therapieresistenten Fällen. Die Achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (MBCT) kombiniert Achtsamkeitspraktiken mit CBT, um Menschen zu helfen, schwierige Emotionen zu bewältigen und das Rückfallrisiko zu verringern.
* **Lebensstiländerungen können das geistige Wohlbefinden unterstützen:** Regelmäßige Bewegung, eine gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und Stressbewältigungstechniken können sich positiv auf die Stimmung und die allgemeine geistige Gesundheit auswirken.
**Weitere Ressourcen zum Thema Depression:**
* **Weltgesundheitsorganisation (WHO):** [https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/depression](https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/depression)
* **Robert Koch-Institut:** [https://www.rki.de/DE/Content/GesundAZ/D/Depression/Depression\_node.html](https://www.rki.de/DE/Content/GesundAZ/D/Depression/Depression_node.html)
* **Deutsche Depressionsallianz:** [https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23703492/](https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23703492/)
**Wenn Sie mit Depressionen zu kämpfen haben, ist es wichtig, professionelle Hilfe zu suchen.** Ein Arzt oder Psychologe kann Ihre Situation beurteilen, eine Diagnose stellen und geeignete Behandlungsmöglichkeiten empfehlen. Denken Sie daran, dass Sie nicht allein sind und es wirksame Hilfe gibt.
**Zusätzliche Informationen:**
* Die Dokumentation "Neustart fürs Gehirn: Wege aus der Depression" ist online in der 3sat-Mediathek verfügbar: [https://www.3sat.de/wissen/wissenschaftsdoku/neustart-fuers-gehirn-wege-aus-der-depression-100.html](https://www.3sat.de/wissen/wissenschaftsdoku/neustart-fuers-gehirn-wege-aus-der-depression-100.html)
* Die Deutsche Depressionsallianz bietet eine Hotline an, die Sie anonym und kostenlos kontaktieren können: 0800 33 44 533
* Im Internet finden Sie Selbsthilfegruppen und Online-Foren, in denen Sie sich mit anderen Menschen mit Depressionen austauschen können
**Universitätskliniken:**
* **Universitätsklinikum Köln:** Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Köln bietet Ketamin-Infusionen als Therapieoption für therapieresistente Depressionen an. Die Behandlung erfolgt im Rahmen einer Studie. Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf der Webseite der Klinik: [https://psychiatrie-psychotherapie.uk-koeln.de/klinik/ambulante-behandlung/spezialambulanz-elektrokonvulsionstherapie/](https://psychiatrie-psychotherapie.uk-koeln.de/klinik/ambulante-behandlung/spezialambulanz-elektrokonvulsionstherapie/)
* **Universitätsmedizin Mainz:** Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz bietet Ketamin-Therapien für Patienten mit behandlungsresistenter Depression an. Informationen zum Programm und zum Bewerbungsprozess finden Sie hier: [https://www.unimedizin-mainz.de/psychiatrie/patienten/weitere-behandlungsangebote/ketamintherapie.html](https://www.unimedizin-mainz.de/psychiatrie/patienten/weitere-behandlungsangebote/ketamintherapie.html)
* **Universitätsklinikum Heidelberg:** Die medizinische Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Heidelberg bietet Ketamin-Therapien für Patienten mit therapieresistenter Depression an. Details zum Programm und zur Kontaktaufnahme finden Sie auf der Webseite der Klinik: \[ungültige URL entfernt\]
**Andere Anbieter:**
* **Ketamin-Ambulanzen:** In einigen Städten gibt es spezialisierte Ketamin-Ambulanzen, die diese Therapie anbieten. Eine Liste von Anbietern finden Sie auf der Webseite der Deutschen Depressionsgesellschaft: [https://www.oberbergkliniken.de/psychotherapien/ketamintherapie](https://www.oberbergkliniken.de/psychotherapien/ketamintherapie)
* **Psychiater in freier Praxis:** Einige niedergelassene Psychiater bieten Ketamin-Therapien in ihrer Praxis an. Sie können die Suche nach einem Therapeuten über die Webseite der Bundespsychotherapeutenkammer starten: \[ungültige URL entfernt\]
**Vorgehen an der Uniklinik Köln:**
**Um eine Ketamin-Therapie an der Uniklinik Köln in Anspruch zu nehmen, müssen Sie zunächst folgende Schritte unternehmen:**
1. **Kontakt:** Nehmen Sie Kontakt zur Spezialambulanz Elektrokonvulsionstherapie der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie auf. Die Kontaktdaten finden Sie auf der Webseite der Klinik: [https://psychiatrie-psychotherapie.uk-koeln.de/klinik/ambulante-behandlung/spezialambulanz-elektrokonvulsionstherapie/](https://psychiatrie-psychotherapie.uk-koeln.de/klinik/ambulante-behandlung/spezialambulanz-elektrokonvulsionstherapie/)
2. **Vorabklärung:** Im Rahmen eines Erstgesprächs wird ein Arzt Ihre Eignung für die Ketamin-Therapie beurteilen. Dazu gehört die Erhebung Ihrer Krankengeschichte, die Durchführung einer körperlichen Untersuchung und die Beurteilung Ihrer psychischen Gesundheit.
3. **Aufnahme in die Studie:** Wenn Sie die Kriterien für die Teilnahme an der Studie erfüllen, werden Sie in die Studie aufgenommen. Sie erhalten dann detaillierte Informationen zum Ablauf der Behandlung und zu den möglichen Risiken und Nebenwirkungen.
4. **Behandlung:** Die Ketamin-Therapie wird in der Regel als Infusion über einen Zeitraum von 40 Minuten verabreicht. Während der Infusion werden Sie engmaschig überwacht.
5. **Nachsorge:** Nach der Behandlung finden regelmäßige Nachsorgetermine statt, um den Behandlungserfolg zu kontrollieren und eventuelle Nebenwirkungen zu dokumentieren.
**Bitte beachten Sie, dass die Ketamin-Therapie nicht für jeden geeignet ist.** Es gibt bestimmte Ausschlusskriterien, die bei der Entscheidung für oder gegen die Therapie berücksichtigt werden müssen.
**Vor Beginn der Ketamin-Therapie ist es wichtig, dass Sie sich umfassend über die möglichen Risiken und Nebenwirkungen informieren und diese mit Ihrem Arzt besprechen.**
**Weitere Informationen:**
* [https://www.oberbergkliniken.de/psychotherapien/ketamintherapie](https://www.oberbergkliniken.de/psychotherapien/ketamintherapie)
* [https://www.psychosomatik.com/de/behandlungen/therapieverfahren/ketamin-therapie/](https://www.psychosomatik.com/de/behandlungen/therapieverfahren/ketamin-therapie/)
* [https://www.washingtonpost.com/wellness/2023/02/12/ketamine-depression-treatment-failure/](https://www.washingtonpost.com/wellness/2023/02/12/ketamine-depression-treatment-failure/)
Hallo ich habe selbst Depressionen, auch seit Kindheit. Weil es Menschen gibt. Die nie ein gesundes Leben ohne Depressionen kannten. Mansche Fallen in eine Depression, wegen Trennung, Jobverlust, verlust eines Menschen. Doch dann gibt es Menschen, die bereits seit Kindheit eine Psychiche Krankheit entwickeln. Weil man unter sehr schwierigen verhältnissen aufwächst. Dinge, die zbsp. Traumatisierend sind. Ja Depressionen sind Behandelbar, ja manche Depressionen sind heilbar, aber nicht bei Jedem. Denn genauso können Sie Chronisch werden und dann sind sie nicht mehr heilbar. Aber auch mit Depressionen kann man Leben, hat Phasen wos einem besser geht.
Hallo,
aus meiner Erfahrung herraus. Muss man Unterscheiden zwischen einer depressiven Episode. Und einer schweren Pychischen Behinderung/Erkrankung. mit dem begriff "unheilbar" habe ich aber so meine Probleme. Ich habe auch schwierigekeiten damit diese Diagnose bei einem Kind zustellen. Mit 4 ist man noch nicht voll entwickelt. Da wird sich jeder Arzt zurückhalten so eine Aussage zu machen. Mit dem richtigen Medikamenten und Behandlungen kann man sehr gut leben. Ich tue es auch. Aber genauso gut haben sich meine Oma und mein Onkel selbst umgebracht. Erstaunlicher weise Hatte ich eine Diagnose sehr leicht und schnell. Nur echt doof das der arzt ein echter Vollpfosten war. Jetzt habe ich also ne falsche Diagnose an der backe und werde sie nicht wieder los. Aber die zeit genommen für eine ausführliche amnanese...hat sich kein Arzt. Meist regt mich auf das man mit dieser Krankheit einfach nicht ernst genommen wird. Frei nach dem Motto "stell dich doch nicht soooo an".
Tja, ich habe auch eben die Selbstdarstellung gelesen und frage mich hierzu:
Meine Depression gilt als unheilbar. Ich habe Therapien und Medikamente ausprobiert, aber nichts hat wirklich geholfen – vielleicht auch, weil ich nie einen gesunden Zustand kannte, zu dem ich zurückkehren könnte. Wie soll man „besser werden“, wenn man gar nicht weiß, wie sich „normal“ anfühlt?
Wenn man nicht weiß, wie sich gesund/normal anfühlt, woher weiß man dann, wie sich schlecht anfühlt?
Von daher kann ich das auch alles nicht wirklich verstehen.