Meinung des Tages: Sollte Werbung für Alkohol und co verboten werden?
Ein Feierabendbierchen hier, ein Aperol dort - Alkohol(konsum) ist in Deutschland bei vielen Menschen ein mehr oder weniger fester Bestandteil des Alltags - wenn nicht durch aktiven Konsum, dann durch Werbung, die einem überall begegnet. Eigentlich hätten hier die Regelungen verschärft werden sollen...
Deutschland ist Hochkonsumland
Laut WHO-Direktor Rüdiger Krech ist Deutschland im Umgang mit Alkohol ein "Problemkind". 9 Millionen Menschen haben ein Alkoholproblem, getan wird in der Politik in seinen Augen zu wenig. Zeitgleich erfolgt nicht genügend Aufklärung über die Gefahr von Alkohol. Insgesamt werden in Deutschland jährlich 57 Milliarden Euro bezahlt, um mit den Folgen von Alkoholkonsum umzugehen - denn Alkohol steht in Verbindung mit rund 200 Erkrankungen, ganz zu schweigen von Verkehrsunfällen und auch einer erhöhten Aggressionsbereitschaft, die wiederum zu Verletzungen führt.
Das hatte die Ampel geplant
SPD, Grüne und FDP wollten eine Reform der Drogenpolitik. Verschärfte Regeln für Marketing und Sponsoring - sowohl bei Alkohol, als auch bei Nikotin und Cannabis. Passiert ist allerdings nichts dergleichen. Eine Recherche des BR zeigte sogar, dass das Gesundheitsministerium eine Studie, welche es selbst in Auftrag gab, weder veröffentlichte noch den Ergebnissen dieser folgte.
Das empfiehlt die Studie
Wissenschaftler der Studie haben eine klare Empfehlung: Ein klares Verbot von Werbung für Alkohol. Das allerdings geht weit über die von der Ampel geplante Verschärfung der Regeln hinaus. In einer E-Mail, die BR Recherche vorliegt, erklärt ein leitender Mitarbeiter des Ministeriums, dass die Ergebnisse der Studie die geplante Verschärfung und Begrenzung unterstützen sollte - und die Ergebnisse eben dies nicht leisten konnten. Entsprechend ist derzeit kein Gesetzentwurf geplant.
Unsere Fragen an Euch:
- Wie steht Ihr zu Werbung für Alkohol & co?
- Hätte die Studie veröffentlicht werden sollen?
- Wie erlebt Ihr selbst in Eurem Umfeld den Umgang mit Alkohol?
Wir freuen uns auf Eure Antworten und wünschen Euch einen guten Start in die Woche!
Viele Grüße
Euer gutefrage Team
1024 Stimmen
129 Antworten
Alkohol ist die vielleicht größte Droge in Deutschland.
Die Gesundheit leidet drunter und es gibt viele Alkoholiker.
Viele Familien gehen an oder wegen Alkohol kaputt.
Die Werbung sollte zumindest darauf hinweisen.
Zudem sollte die Werbung deutlich eingeschränkt werden.
M18
Dann erkläre das mal den Sender KIKA, Super RTL, Nick oder Nickelodeon wo so um 10 Uhr oder 14 Uhr aggressive Glücksspiel Werbung gemacht wird, und das im Kinderprogramm. Noch schlimmer ist, wenn irgendwelche aufdringliche Spielewerbung gezeigt wird per Smartphone oder für PC die man so von unbekannten Links herunterladen muss und dann noch Geld dafür bezahle muss für irgendwelche In App Käufe die man nicht braucht. Wenn Werbung auf Wirklichkeit trifft.
Ich finde auch jeder soll über sich selbst entscheiden dürfen solange er andere nicht gefährdet, nur ist dass nicht das Thema. Und ,,überleben" ist ein sehr dehnbarer Begriff. Ich persönlich hab keinen Bock auf die zig Nebenwirkungen.
Und nochmal, dass die Meisten gut damit umgehen können ist einfach schlichtweg falsch.
Die Wenigsten können halbwegs vernünftig damit umgehen.
Die Definition der WHO ist auch nur der Versuch Parameter zu finden nachdenen man ab einer gewissen Menge als Gewohnheitstrinker und/oder Alkoholabhängig gilt. Allerdings wird hier der Mensch als Individuum völlig vernachlässigt und auf der anderen Seite gibt es auf die Alkoholfragen immer mindestens eine Antwort, die beschreibt, wie individuell der Mensch auf Alkohol reagiert.
Weniger staatliche Regelungen, mehr Eigenverantwortung der Bürger.
Die staatlichen Ressourcen, die man durch weniger Regelungen spart, kann man dann gleich aktiv in die Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung stecken, dann greifen vielleicht weniger zur Flasche.
Feuerwerksverbot, bierwerbungverbot, steingartenverbot, verbrennerverbot...
Was für verbote denn noch? Lasst die leute doch mal endlich in ruhe. Wir leben in einer freien demokratie und da erwarte ich auch, dass wir wie erwachsene, freie, mündige bürger behandelt werden und nicht wie kleinkinder denen man ständig über die schultern gucken muss und etwas sagen muss.
Schluss mit der grünen verbotskultur!
Versteht mich nicht falsch, ich halte nichts vom dumm und dämlich saufen, aber in einer freien demokratie braucht es keinen staat als ersatzmutti die einen wie ein kleinkind bis ins kleinste deteil vorschreibt was man darf und was nicht.
Niemand will das dumm und dämlich saufen verbieten, das steht da auch überhaupt nicht...
Wenn etwas eine Gefahr für unser Leben darstellt, dann sollte sie bekämpft werden. Gefahr meint hier nicht nur dabei unser Leben zu verlieren, sondern auch insbesondere den körperlichen wie volkswirtschaftlichen Schaden so erhöht, dass er nicht mehr toleriert werden kann.
Alkoholkonsum: "Gewohnheiten hinterfragen"https://www.zdf.de/nachrichten/zdf-morgenmagazin/gesundheit-alkoholkonsum-koppold-100.html
Bundesregierung
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/a/alkohol.html
Bundesregierung
https://www.bundesdrogenbeauftragter.de/themen/suchtstoffe-und-suchtformen/alkohol/
Diplomierter Fachkrankenpfleger in der Anästhesie und in der Intensivpflege (i.R.)
Hältst du keine Andere Meinung aus? Vermutlich hast du ja Recht mit dem was du schreibst aber dieses missionarische Sendungsbewusstsein geht mir so was von auf den Nerv. Prost.
Ist so. Natürlich ist alkohol nicht unbedingt gesundheitsfördernd. In maßen aber auch nicht ruinierend. Klar gibt es einige die davon süchtig werden. Aber wenn man danach gehen würde, alles zu verbieten was irgendwie gefährlich werden KÖNNTE, dann müssten wir fast alles aufgeben!
Diese Moralapostelei gepaart mit der ewigen verbotsforderei nervt nur noch.
Die Fakten für Alkohol lassen sich aber nicht wegdiskutieren. Ich trinke schon seit längerem kein Alkohol mehr, nur noch Wein oder Bier alkoholfrei und das schmeckt auch sehr sehr lecker.
Im Video: es gibt keine unbedenkliche Menge Alkohol, sagt die Ärztin der Charité.
Lieber Cannabis konsumieren, aber nicht rauchen, das schädigt die Lunge wie jedes Rauchen, sondern als Cannabutter oder als Cannabutterschmalz (noch besser). Allerdings nicht vor dem 21. Lebensjahr. Man sollte da methodisch in etwa wie Alkohol verfahren. Alkohol mit 16 geht erst recht nicht bzw. ist auch später problematisch, auch nach 16.
Ich sehe eigentlich keine Werbung mehr, dachte das ist längst passiert. In meinem Umfeld trinken auch sehr viele Menschen aber ich denke das würde nichts ändern die Werbung zu entfernen. Damit wäre das Problem nicht gelöst. Warum greifen die Menschen überhaupt zur Flasche? Psychische Probleme, keine Arbeit, Schulden, überfordert, pleite, Gesellschaftlicher Druck falsche Freunde und sowas.
Hing selbst auch an der Flasche aber hatte noch die Kurve geschafft. Meine Zwillingsschwester brauchte schon Entzug und Therapie und unsere ältere hängt immer noch an der Flasche. Kein gutes Elternhaus gehabt, hat seine Spuren hinterlassen.
Warum greifen die Menschen überhaupt zur Flasche? Psychische Probleme, keine Arbeit, Schulden, überfordert, pleite, Gesellschaftlicher Druck falsche Freunde und sowas.
Stimmt.
Ein Bekannter von mir wurde durch das Jobcenter zum Alkoholiker. Statt Hilfe nur Druck.
Nein. Wozu soll das gut sein?
Im übrigen sagen nicht "die Wissenschaftler" dass man das tun soll. Ich hasse es wenn man die Wissenschaftlerkarte fälschlicherweise zieht- sie hat dadurch längst hart an Wert eingebüßt.
Nach meiner Erfahrung können die meisten mit Alkohol gut umgehen. Alkoholiker machen nur einen ganz kleinen Teil aus.