Meinung des Tages: Rückkehr nach Syrien - Wer hat Recht: Wadephul oder Spahn?
Johann Wadephul, Außenminister der CDU, war bei einem Besuch in der Nähe von Damaskus in Syrien tief erschüttert über das Ausmaß der Zerstörungen und erklärte: „Kurzfristig können [syrische Flüchtlinge] nicht zurückkehren, hier können kaum Menschen richtig würdig leben.“
(Bild mit KI erstellt)
Demgegenüber fordern Teile seiner Partei – u. a. Jens Spahn – eine deutlich schnellere Rückführung syrischer Geflüchteter, da man der Ansicht ist, der Bürgerkrieg sei beendet und Rückkehr deshalb zumutbar.
Damit stehen zwei Sichtweisen gegenüber: Eine Einschätzung der Lage vor Ort und eine politische Forderung nach Rückkehr- und Abschiebungspolitik.
Die Einschätzung von Außenminister Wadephul zeigt eine wichtige Wahrheit: In Syrien sind große Teile der Infrastruktur zerstört, Sicherheit und Lebensperspektiven sind dort vielfach noch nicht gegeben. Wenn Rückkehr nur unter Bedingungen von Würde und Sicherheit erfolgen soll, dann heißt das: Es braucht Zeit, Investitionen, Wiederaufbau – und vor allem eine verlässliche Absicherung für Rückkehrende.
Gleichzeitig bestehen politische und gesellschaftliche Erwartungen – etwa, dass Flüchtlinge nicht auf Dauer bleiben, wenn ihr Heimatland offiziell als „befriedet“ gilt. Damit entsteht ein Spannungsfeld: Sachlage vs. politische Forderung. Auch Kanzler Merz gerät dadurch unter Druck.
Soll Deutschland Rückkehrprogramme für syrische Geflüchtete nur dann aktiv unterstützen, wenn vor Ort eine völkerrechtlich anerkannte Mindestsicherheit gegeben ist?
Wie können Heimatländer wie Syrien und Aufnahmeländer wie Deutschland gemeinsam den Rückkehrprozess so gestalten, dass er wirklich menschenwürdig wird?
Wer hat Recht: Wadephul (Rückkehr nicht Möglich) oder Spahn (Syrer sollten beim Wiederaufbau helfen)?
135 Stimmen
23 Antworten
Also wie immer liegt die Wahrheit in der Mitte. Ein Freund von mir ist Syrer. Er hat erzählt dass es in Syrien in den umkämpften Gebieten mancherorts so ausschaut wie in den Bildern gezeigt. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Es gibt in Syrien auch ganze Regionen, in denen kein einziges Haus beschädigt wurde, weil da einfach nicht gekämpft worden ist. Aber alles in der Politik ist doch Polemik, der eine zeigt nur die total verwüsteten Städte, der andere die, in denen alles in Ordnung ist. So kommt man halt nicht weiter.
Wer in einer intakten Region lebt, brauchte das Land nicht zu verlassen.
Rückkehr nach Syrien
Rückkehr ist doch echt kein schweres wort!
Wieso verstehst du das nicht ?
Es ist unlogisch, was du geschrieben hast. Wo keine Kämpfe in Syrien waren, hatte keiner einen Grund, das Land zu verlassen. 😉
Und wer soll die zersörten Gebiete wieder aufbauen? Das Ausland?
Ich bin zwar absolut kein Freund von Spahn, aber hier muss ich ihm Recht geben. Der Kommentar, den Wadephul angesichts der Zerstörungen in Syrien abgegeben hat, war m. E. völlig daneben. Als deutschem Außenminister hätte ihm das nicht passieren dürfen!
Wadephul hat den 2. WK genauso wenig mitgemacht wie ich. Aber er sollte sich mal Filmaufnahmen vom zertrümmerten Deutschland ansehen. Manche Großstädte sahen nicht anders aus als die zerstörten Städte in Syrien, die meisten noch sehr viel schlimmer. Es gab aber auch viele kleine Städte, Dörfer und ganze Gebiete, in die sich höchstens mal ne Bombe verirrt hatte bzw. wo vielleicht mal 'ne Bombe auf dem Rückflug abgelegt wurde, um nicht so viel Ballast an Bord zu haben. Genauso gibt es in Syrien Gebiete, wo kein einziges Haus zerstört ist.
Wer hat den Schutt in Deutschland weggeräumt und die zerbombten Städte wieder bewohnbar gemacht? Die Deutschen selbst. Vielfach waren es Frauen, denn viele Männer waren im Krieg gefallen und manche waren noch in Gefangenschaft. Wer soll Syrien wieder aufbauen, wenn nicht die Syrer selbst? Es ist also an der Zeit, dass die Kriegsflüchtlinge wieder in ihre Heimat zurückkehren.
Natürlich muss man das differenziert sehen. Wer sich hier schon eine neue Heimat aufgebaut hat, die Sprache spricht, einen guten Job und eine Wohnung hat, seine Familie hier aus eigenen Mitteln ernähren kann, der sollte, wenn er möchte, hierbleiben können. Bei wem diese Voraussetzungen nicht gegeben sind, der sollte nach Haus gehen.
Besser kann man es nicht ausdrücken, schade das ich keine Auszeichnungen mehr frei hab.
Trotzdem ist es verdammt schwer Spahn Recht zu geben :)
Spahn sollte mal lieber ganz kleine Brötchen backen und die Milliardenschäden seiner Maskendeals zurückgeben.
Und dann täte er gut daran, nicht diese billige AfD Polemik und Schlagwörter einfach so zu übernehmen.
Es ist sicher ungemütlich in den zerstörten Gebäuden. Aber die Flüchtlinge können auch nicht erwarten dass die Menschen vor Ort ihnen moderne Häuser hinstellen daß sie sich nach ihrer Rückkehr ins gemachte Bett legen können. Die Menschen sollten schon selbst zurück kehren und mit anpacken.
Das mussten die Deutschen nach dem letzten Krieg auch machen.
Außerdem kann ich mir nicht vorstellen dass alles so zerstört ist, da wird halt das gezeigt das politisch die gewünschte Wirkung hat. Es gibt mit Sicherheit auch Gegenden in denen nicht gekämpft und nichts zerstört wurde.
Abgesehen davon verlangt ja auch keiner daß alle sofort los fliegen, das klappt schon von der Transportkapazität her nicht. Aber die ersten könnte man durchaus auf den Weg schicken, z.B. Straftäter, Extremisten, Arbeitsverweigerer, ...
Hast sicher vergessen zu erwähnen, dass Deutschland damals massivst beim Aufbau unterstützt wurde
Syrien muss wieder aufgebaut werden. Und das sollten logischer Weise die Syrer machen, da sie so ihr Land nach ihren Vorstellungen gestalten können.
Und damit man etwas wieder aufbauen kann darf man nicht verhungern oder verdursten bevor man mit dem bauen anfangen könnte.
Demnach sollte man es vielleicht so handhaben wie es die Deutschen Gerichte handhaben und schlichtweg prüfen wer aus einer zerstörten und wer aus einer halbwegs intakten Region stammt.