Hey Langatem,
Wenn du merkst, dass du deinen Konsum nur mit großer Anstrengung unter Kontrolle halten kannst, ist das wirklich ein ernstzunehmendes Signal. In solchen Situationen verlieren Statistiken darüber, ob Cannabis im Durchschnitt „weniger schlimm“ ist als andere Drogen, stark an Bedeutung. Entscheidend ist nämlich nicht, was für andere gilt, sondern was es mit dir persönlich macht, ob es Dir gut tut und ob es im Einklang mit deinem inneren Gefühl steht. Und wenn Cannabis dich ständig gedanklich beschäftigt, viel Kontrolle erfordert und ständig mit innerem Widerstand verbunden ist, dann ist es in deinem Leben relevant und problematisch, egal wie „harmlos“ es auf dem Papier wirkt. Dein Körper und dein Kopf geben dir dahingehend ziemlich klare Rückmeldungen.
Der Gedanke nicht aufhören zu wollen, weil bereits so viel Zeit, Geld und Mühe in den Anbau geflossen sind, ist erstmal sehr menschlich. Trotzdem lohnt es sich, das mal kritisch zu betrachten. Der vergangene Aufwand wird nämlich nicht wertvoller, nur weil man noch mehr daran festhält. Die eigentlich wichtige Frage ist also nicht, ob sich der Grow „gelohnt“ hat, sondern ob du willst, dass Cannabis auch künftig so viel Raum in deinem Leben einnimmt. Und man darf durchaus etwas beenden, auch wenn man bereits viel investiert hat. Die Investition selbst wird dadurch ja nicht entwertet. Sie war vielmehr Teil eines Weges, der dir offenbar gezeigt hat, dass Cannabis Dir nicht gut tut – und das kann eine superwichtige Erkenntnis fürs weitere Leben sein.
Wenn du deine Gedanken und / oder Konusmgewohnheiten mal mit jemandem in einem vertraulichen Setting besprechen magst, kannst du über die kostenlose Onlineberatungsplattform DigiSucht unkompliziert und anonym Kontakt zu (Online-) Beratungsstellen in eurer Nähe knüpfen. Und natürlich kannst du mich auch einfach hier auf gutefrage anschreiben, wenn du magst :-)
Viele Grüße und alles Gute,
Sandro von mudrastreetwork / DigiStreet