Meinung des Tages: Wie bewertet Ihr die Aussage von Merz über Belém?
(Bild mit KI erstellt)
Ein einziger Satz aus Berlin hat eine internationale Debatte ausgelöst – und plötzlich steht Deutschlands diplomatische Sensibilität im Rampenlicht.
Der AuslöserBei einem Auftritt in Berlin erzählte Merz von seinem Besuch in Belém und bemerkte, niemand der anwesenden Journalist*innen hätte „dort bleiben wollen“. Die Aussage verbreitete sich schnell und wurde in Brasilien als herabwürdigend verstanden. Merz hingegen verteidigt seine Aussage und sieht keinen Grund, sich zu entschuldigen.
Reaktionen weltweitBrasiliens Präsident Lula da Silva reagierte deutlich: Er widersprach öffentlich und verwies auf die Lebensqualität der Stadt. Die Empörung griff schnell auf brasilianische Medien und NGOs über. Auch in Deutschland wird diskutiert, ob Merz mit der Bemerkung das Bild einer respektvollen Partnerschaft im globalen Süden beschädigt hat – gerade mit Blick auf Klimapolitik und internationale Projekte.
Mögliche Folgen für DeutschlandKritiker fürchten, dass solche Aussagen Deutschlands Einfluss bei Klimaverhandlungen schwächen könnten. Befürworter hingegen argumentieren, man solle die Aussage nicht überbewerten. Klar ist: Der Vorfall zwingt Deutschland, künftig genauer auf Ton und Wirkung zu achten.
Unsere Fragen an Euch:- Wie wichtig ist sprachliche Sensibilität im internationalen Kontext?
- Sollte Deutschland die Kommunikation seiner Spitzenpolitiker stärker vorbereiten und briefen?
- Sollte Merz sich nachträglich entschuldigen?
Wir freuen uns auf Eure Meinungen zum Thema!
Viele Grüße
Euer gutefrage Team
144 Stimmen
24 Antworten
Merz ist kein unbeschriebenes Blatt. Und seine Verbalausfälle sind eine gefährliche Schwäche gerade auf dem internationalen Parkett. Im konkreten Fall ist der Tonfall herabwürdigend und arrogant, weil ihm nicht zusteht für andere - den Journalisten - zu urteilen.
Damit verursacht er selbst Vorbehalte gegenüber seine Person und einen reservierten Umgang - keine guten Bedingungen für zukünftige Verhandlungen
Man muss die Vorgeschichte kennen. In Belém ist überall Armut zu sehen, und es ist extrem schwül und es gab Starkregen. Da wollte Merz und seine Begleiter nicht unbedingt länger bleiben, es gibt bestimmt schönere Orte (auch in Brasilien), das stimmt allemal. Dennoch war die Äußerung nicht klug: Der Bürgermeister von Rio de Janeiro bezeichnete Mertz daraufhin als "Hitlers Vagabunden-Sohn" Aber diese Unverschämtheit wird hier anscheinend nicht thematisiert.
LG Culles
Aber diese Unverschämtheit wird hier anscheinend nicht thematisiert
warum auch, wesentlich wichtiger ist doch gegen Merz zu hetzen, denn diese Zielgruppe ist extrem groß bei GF vorhanden
So deutlich rassistisch ist das ja nicht, wenn der Kanzler seine Mitreisenden fragt, ob sie länger bleiben möchten.
Wenn es mir zu Hause besser gefällt als auf den Auslandsbaustellen, bin ich dann auch rassistisch?
Bewundernswert ist diese überbordende Phantasie natürlich schon.
Ich habe das Gefühl, dass "rassistisch" seine Bedeutung vollkommen verloren hat. Nur weil man sich negativ über ein Land spricht, ist das lange nicht rassistisch.
Gerade hier sehe ich noch nicht einmal die Möglichkeit zu einer "rassistischen" Interpretation. Die maximal negative Auslegung ist bereits hier eine Herabwürdigung das Gastgeberlands zu sehen. Dann zusätzlich noch einmal eine nie verbalisierte, rassistische Motivation herein zu interpretieren...das hat dann doch wenig mit der Aussage zu tun und es gibt hierfür keinerlei Hinweise.
Selbst die Interpretation als Herabwürdigung halte ich bei diesem Sachverhalt schon für kaum gerechtfertigt:
Bei einem Auftritt in Berlin erzählte Merz von seinem Besuch in Belém und bemerkte, niemand der anwesenden Journalist*innen hätte „dort bleiben wollen“.
Ich finde, der Satz ist so dramatisch nicht. Ich war selbst schon mehrmals in solchen Ländern und was soll ich sagen: mir gefällt es dort auch nicht wirklich. Dass es da halt nun mal so ist wie es ist, dafür können dle Menschen dort nichts und sle bemühen sich, für Gäste alles ordentlich zu machen und das kann und muss man honorieren. Vor dem Hintergrund vielleicht unbedacht.
Aber man muss auch mal sagen dürfen, wenn einem etwas nicht gefällt ohne dass die Berufsempörer da wieder den Finger heben. Unser Land entwickelt sich mehr und mehr dazu, dass man Sch ... erstmal loben muss, bevor man sagen darf, dass sie stinkt. Das halte ich für falsch.
🤷♂️
Unser Land entwickelt sich mehr...
Nur das die Aussage von Merz zunächst in Brasilien für Empörung sorgt.
Er mag ja recht haben, aber in seiner Position äußert man so etwas nicht öffentlich.
"Bei einem Auftritt in Berlin erzählte Merz von seinem Besuch in Belém und bemerkte, niemand der anwesenden Journalisten hätte „dort bleiben wollen“. Die Aussage verbreitete sich schnell und wurde in Brasilien als herabwürdigend verstanden. Merz hingegen verteidigt seine Aussage und sieht keinen Grund, sich zu entschuldigen."
Und deswegen ist die Empörungsmaschinerie wieder mit Volllast angesprungen. Vielleicht waren die Journalisten einfach nur froh wieder nach Hause zu kommen und ihre Arbeit fertig zu haben. Wenn ich dienstlich im Ausland unterwegs wäre, egal wo, dannn wäre ich würde ich doch nicht freiwillig irgendwo noch bleiben, (ausser es wäre mein Traumland) sondern auch nach Hause wollen.
Gebt den Brasilianer noch ein paar Euro, so als Ablass, dann beruhigen die sich schon wieder.
Das sehe ich auch so.
Es ist schon blamabel, was und die Presse da aufgeblasen daherschreibt.
Leider muss die Presse mit Empörung arbeiten.
Ich finde den Hitlervergleich nicht gut und nicht fair, aber Merz äußert sich nunmal rassistisch und überheblich.
Und wer so beliebt wie ein Furunkel ist wird mit wenig Beistand bei solchen Worten gegen ihn selbst leben müssen.
Ich mein welcher Kanzler war jemals bei rechts wie links gleichzeitig so unbeliebt?