Meinung des Tages: Soll Kunstschnee in Gebirgsregionen weiterhin erlaubt sein?
(Bild mit KI erstellt)
Was früher selbstverständlich war, muss heute aufwendig erzeugt werden – und genau das bringt die Alpen in eine schwierige Debatte...
Warum Kunstschnee boomtDie Alpen verlieren durch den Klimawandel zunehmend ihre natürliche Schneesicherheit. Immer mehr Skigebiete greifen deshalb auf Kunstschnee zurück, um Pisten überhaupt betreiben zu können. Laut Umwelt- und Tourismusforschung wird der Beschneiungsbedarf in Zukunft weiter steigen, weil die Winter durchschnittlich wärmer und kürzer werden. Für viele Regionen bedeutet das: Ohne Beschneiung kein wirtschaftlich tragfähiger Wintersportbetrieb.
Hoher Verbrauch, klare NebenwirkungenWas auf der Piste glitzert, hat seinen Preis: Beschneiung verschlingt enorme Mengen Wasser und Energie. Studien aus Bayern und Österreich weisen darauf hin, dass Speicherbecken, Schneekanonen und Pistenmodellierungen die Landschaft verändern, alpine Pflanzen verdrängen und Lebensräume für Tiere beeinträchtigen. Zudem erhöht Kunstschnee die Verdichtung des Bodens, was zu Erosionsproblemen führen kann.
Naturschutzverbände wie der BUND sprechen deshalb von einer „technischen Überformung der Alpen“, die ökologische Kipppunkte beschleunigen könnte.
Weiter so oder Umdenken?Kunstschnee mag kurzfristig den Tourismus sichern, gilt aber kaum als nachhaltige Lösung. Umweltorganisationen plädieren für eine Neuausrichtung: weniger technische Beschneiung, mehr ganzjährige Angebote, mehr Naturtourismus. Auch der Deutsche Alpenverein mahnt, dass sich Regionen stärker an die klimatische Realität anpassen müssen.
Unsere Fragen an Euch:- Geht Ihr überhaupt (noch) Ski- oder Snowboardfahren?
- Sollte die Politik Beschneiungsanlagen weniger fördern und nachhaltige Alternativen stärker unterstützen?
- Sollten Skigebiete stärker auf nachhaltigen Ganzjahrestourismus setzen?
Wir freuen uns auf Eure Antworten und wünschen Euch einen guten Wochenstart.
Euer gutefrage Team
184 Stimmen
31 Antworten
Die (bisherigen) Wintersportgebiete, die aufgrund des Klimawandels nicht mehr schneesicher sind, müssen eben mit anderen Attraktionen um Touristen werben.
Die Beschneiung hält den Klimawandel nicht auf; so verlängert man den Skitourismus möglicherweise noch ein paar Jahre. Aber nicht dauerhaft. Dafür Steuergelder zu verplempern ist der völlig falsche Ansatz.
Wenn's dann so läuft wie Anfang 2025, als es fast durchgehend zu warm zum Beschneien war, müssen evtl. auch Skigebiete mit Schneekanonen vorzeitig die Saison beenden.
Den wenigsten Skifahrern macht es zudem Spaß, auf einem schmalen weißen Band die Hänge hinunterzuwedeln, wenn's links und rechts von der Piste grün ist.
Ich hab vor 20 Jahren mit dem alpinen Skifahren aufgehört, weil mir die Pisten zu voll wurden. Parallel zu den schmalen Kunstschneepisten wurden nämlich die Luftkapazitäten deutlich ausgeweitet (4er oder 6er Sessel statt vorher Schlepplift bzw. 2er Sessel), sodass sich deutlich mehr Sportler auf weniger Fläche tummeln.
Hallo,
in erster Linie sollte eine Technologie, die dem Widerspricht, was wir tun müssen, um die Klimaziele einzuhalten, nicht noch steuerlich gefördert, sondern vielmehr besteuert werden.
Wenn das der Fall ist, muss man es vermutlich nicht mehr verbieten, da es sich schlichtweg zu 90% gar nicht mehr lohnen wird.
LG, Chris
Dann sollen die Superreichen eben den maximal mögliche CO2-Ausgleich zahlen... das ist wesentlich besser, Ihren Reichtum in Form von Steuern abzugreifen, als Ihren Konsum auch noch steuerlich zu begünstigen.
Weder Kunstschnee noch Pestizide sollten erlaubt sein!
Genauso ein Unsinn wie Feuerwerk zu Silvester!
Selbst wenn ich Wintersport treiben würde hätte ich keine andere Meinung..
Künstliche Beschneiung zu fördern finde ich ein absolutes No Go.Das ist reiner und enormer Energiefrevel.
Ausserdem ist es eine Folge des (menschengemachten) Klimawandels.
Ausgerechnet in der Zeit der Dunkelflaute auch noch dafür Energie zu verbrauchen(die dann auch noch aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird)heizt den Klimawandel dann noch weiter an.Das führt zu einem Dominoeffekt.
Sehr wohl kann ich aber dem etwas abgewinnen die schneefreien Gebiete zu Ganzjahrestourismusgebiete umzubauen,sofern das nicht mit klimaschädlichen Massnahmen verbunden ist
Ich würde da gerne mit "Nein" Stimmen, aber ist das realistisch? Verzichtet ein Ort auf die Beschneiung rüsten die Nachbarorte mit den Schneekanonen noch mehr auf. Der Wintersport ist ein grosser Wirtschaftsfaktor, fehlt der Schnee rechtzeitig haben viele Orte unter 2000 Meter Höhe ein echtes Problem.
Dann macht man daraus einen Sport für Reiche und kann sich dann noch mehr Schnee für die High-Society leisten für die das beste gerade gut genug ist.
Preissteigerungen führen nicht zum Umsatzeinbruch, wenn sie richtig vermarktet werden.