Wussten die Soldaten in der Westbank, dass sie gefilmt wurden?

Hallo zusammen,

Gestern habe ich eine - für mich - bedrückende und traurige Nachricht erhalten.

Eine Gruppe israelischer Grenzsoldaten hat am Dienstag (25.11.25) zwei junge Palästinenser erschossen.

Bereits als seriös beschriebene Nachrichten- und Radiosender sowie Zeitungen wie die Tagesschau, France24, RFI, Le Monde, The Standard, The Giardian, BBC, DiePresse und andere berichteten z.T. auch gleich mehrmals davon, auch die UN. The Times of Israel sprach von "Terrorverdächtigen". Das Problem jedoch:

In den veröffentlichten Videos waren sie nicht in Kämpfe verwickelt oder bewaffnet. Sie waren einfach nur Zuhause.

Natürlich möglich, dass sie an diesem Tag mal zivil unterwegs unterwegs waren.

Ich persönlich bezweifle das. Denn ein weiteres Problem:

Es war gar nicht im Gazastreifen. Es war im Westjordanland, in Jenin, wo jüngst die Konflikte wieder größere Ausmaße annahm. Gelten dort die Palästinenser aufgrund ihrer bloßen Herkunft und ihrem Wohnort schon als Terroristen??

Ein Bagger hat ihre Garage aufgebrochen, sie kamen, noch halb unter dem Tor, mit erhobenen Händen raus und zeigten, dass sie keine Waffen trugen.

Sie wurden dann zu Boden geworfen, ihnen wurde in den Bauch getreten, dann erschossen, dann wurden ihre Körper zusätzlich vom Garagentor zertrümmert - Der Bagger, der es hochgehalten hatte, ist ruckartig weggefahren. Ich bezweifle, das das unbeabsichtigt war. Ein letzter Akt der Willkürlichkeit sozusagen.

Vor einigen Tagen zeigte sich, wie rassistisch der Knesset zum Teil besetzt ist. Spiegelt sich dieser institutionelle und strukturelle Rassismus langsam auch in anderen Staatsorganen wider?

Der rechtsextremistische Innensicherheitsminister Ben Gvir schrieb diesbezüglich auf X auch:

Terroristen müssen sterben.

Wie bereits gesagt, ich bezweifle eher stark, dass die beiden Terroristen waren, zumal der ganze Prozess eher willkürlich aussah.

Israelische Medien berichten von beabsichtigten "Ermittlungen" über die Schüsse. Was denkt ihr hiervon? Hätte man sich darüber überhaupt geäußert, wenn der Videobeweis nicht öffentlich geworden wäre? Oder ob es die Grenzsoldaten überhaupt getan hätten, wenn die wussten, dass sie überhaupt (unbeabsichtigt?) gefilmt wurden?

Was denkt ihr?

Quelle: https://share.google/JGN4e9jKkh2BgIwuh bzw. https://www.france24.com/en/middle-east/20251127-israel-forces-kill-two-palestinians-surrendering-west-bank-raid

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Hinrichtung, Politik, Israel, Jerusalem, Nahost, Nahostkonflikt, Palästina, Rassismus, Rechtsextremismus, Terroristen, schüsse, Netanjahu

Wie rassistisch ist Israel?

Hallo zusammen,

Ich weiß nicht, ob ihr es mitbekommen habt. Der Knesset stimmte am Montag (10.11.25) in seiner ersten Lesung für einen Gesetzesentwurf für eine Todesstrafe, welcher von der Otzma Jehudit eingereicht wurde, der Partei des Ministers für nationale Sicherheit Ben-Gvir und wurde in der ersten Lesung mit 39 Ja-Stimmen und 16 Nein-Stimmen akzeptiert - und ist somit bereit für die nächsten zwei Lesungen. Mit Nein stimmte v.a. die Opposition.

Dieser Gesetzesentwurf sieht die Todesstrafe für Personen vor, die einen Israeli aus "rassistischen" bzw. "nationalistischen Motiven" und "mit dem Ziel, dem Staat Israel und der Wiedergeburt des jüdischen Volkes in seinem Land zu schaden" getötet haben. (Wiedergegeben nach: lto.de)

Doch diese Strafe gilt scheinbar nicht für jeden. Die (wirklich) Radikalen unter den jüdischen Siedlern, welche z.B. die Westbank besetzen und dort z.T. auch Palästinser töten, sind davon nicht bzw. weniger betroffen, wie aus den oben genannten und weiteren Phrasen des Gesetzentwurfs hervorgeht, wobei diese zwar nicht mehr einstimmig verurteilt werden müssen, sondern mit einfacher Mehrheit, aber bei einem Militärgericht.

Schon das "nationalistische Motive" zeigt, dass mit diesem Gesetzesentwurf also nur Araber bzw. die Palästinser gemeint sein kann - wer denn sonst?

Und dass man noch nach der dieser Lesung Baklava verteilt, hilft gerade nicht dabei, dieses Bild aus der Welt zu schaffen:

Nach der Abstimmung über Har-Melechs Gesetzentwurf verteilt der [...] Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben Gvir, Baklava, bis diese von Knesset-Ordnern konfisziert werden. 

~ Leicht abgeändert nach The Times of Israel

Darauf folgt:

 [...] und ist in Israel zum Synonym für die Verherrlichung solcher mörderischer Gewalt geworden.

Hier ist Baklava gemeint.

Verherrlichte Ben-Gvir, der Baklava verteilte, an der kein süßer Sirup klebt, sondern Blut, etwa solche Gewalt?

Aus seiner Stellungnahme:

"Diejenigen, die unsere Söhne und Töchter ermordet, vergewaltigt und entführt haben, verdienen es nicht, das Tageslicht zu erblicken, und ihre Strafe sollte der Tod sein“, [...] „Das Gesetz zur Todesstrafe ist nicht nur ein moralisch und gerechter Schritt, sondern auch entscheidend für die Sicherheit des Staates.“

Was ist mit denjenigen, der "moralischsten Armee der Welt", die Söhne und Töchter der palästinsischen Zivilisten im Namen der Zivilisation, der Demokratie und der Selbstverteidigung "ermordet, vergewaltigt und entführt" haben?

Aber kann man ja, entschuldigen, ist ja im Namen der der Zivilisation, der Demokratie und der Selbstverteidigung...

Bitte entschuldigt die Empörung, die hier manchmal durchgekommen ist.

Was denkt ihr, wie rassistisch ist der Knesset besetzt?

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