Meinung des Tages: Sollten Unternehmen politisch "klare Kante" zeigen?

Nein, sollten sie generell nicht, denn... 49%
Ja, sollten sie generell, weil... 25%
Andere Meinung und zwar... 18%
Nur in bestimmten Fällen, da... 7%

126 Stimmen

35 Antworten

Nein, sollten sie generell nicht, denn...

Liebes GF-Team, das Problem ist schonmal die Voraussetzung der von Euch formulierten Frage:

Kundschaft, Mitarbeitende und Öffentlichkeit erwarten zunehmend [...]

Welche "Öffentlichkeit"? Es gibt nicht "die" Öffentlichkeit, sondern es gibt in einer vielfältigen Demokratie eine Menge Einzelmeinungen. Derzeit sind ja wohl rund 25% der Wähler der AfD zugetan, also ist Eure Aussage über die Erwartung "der Öffentlichkeit" schlicht falsch.

Wenn Unternehmen sich politisch positionieren, verprellen sie notwendigerweise die Kunden, die anderer Meinung sind. Was das bedeutet, hat man z.B. bei der LGBTQwasweißich-DSebatte in den USA gesehen - für alle aktiven Unternehmen ging das nach hinten los - und das hat nichts mit Trump zu tun, denn der wurde erst später gewählt.

Eure Aussage insinuiert, dass es bei der AfD um "unsere Demokratie" gegen "die Antidemokraten" geht, also "wir" gegen "die". Es gibt kein "wir", sondern, wie gesagt, eine vielfältige Demokratie, in der allerdings einige verlernt haben, den politischen Gegner mit Argumenten zu schlagen, sondern indem man den Gegner dämonisiert, weil man offenbar keine besseren Lösungen anzubieten hat. Aber das ist eine andere Geschichte. Unternehmen sollten neutral sein, anstatt wieder mal dem gefühlten Mainstream nachzulaufen.


anonym200886  28.11.2025, 10:15

Ich fürchte das kapieren die linksgrünen schlafschafe nicht. Es bringt nichts denen mit fakten zu kommen. Dann suchen sie sich eben neue ausreden um sich trotzdem überlegen zu fühlen.

GutenTag2003  28.11.2025, 11:38
@anonym200886
 linksgrünen schlafschafe 

Und was unterscheidet sie von

 rechtsbraunen schlafschafe 

Ignaz911  28.11.2025, 11:42
@anonym200886

Und genau da ist das Problem. Immer schön hetzen und sich dabei überlegen vorkommen.

Auch wenn da sicherlich viele Naive dabei sind, was bringt es wenn wir so miteinander reden? So wird der Krieg und die Spaltung nie enden.

EnisLatskin  28.11.2025, 19:03

wenn 25% die AfD wollen, wollen 75% sie nicht. Das sind 3 von 4

tomaushamburg  30.11.2025, 17:05
@EnisLatskin

erstens hat das weder mit der Frage noch mit der Antwort etwas zu tun (ich habe lediglich gesagt, dass es eine einheitliche Erwartung "der Öffentlichkeit" nicht gibt), und zweitens gilt es für jede Partei in Deutschland, dass sie mehr Nichtwähler als Wähler hat, solange sie weniger als 50 % erreicht. Also ist Deine Bemerkung auch sonst nichtssagend.

EinAlexander  28.11.2025, 11:36
Kundschaft, Mitarbeitende und Öffentlichkeit erwarten zunehmend [...]

der von dir zitierte Satzteil geht noch weiter: "... deutlich Position beziehen, wenn es um demokratische Standards geht ..."

Du schreibst weiter

Derzeit sind ja wohl rund 25% der Wähler der AfD zugetan, also ist Eure Aussage über die Erwartung "der Öffentlichkeit" schlicht falsch.

Das heißt dann ja wohl, dass diejenigen, die der AfD zugetan sind, keine Position beziehen, wenn es um demokratische Standards geht.

Das hast du richtig erkannt - aber genau das ist ja das Problem.

gutefrage 
Beitragsersteller
 28.11.2025, 11:33

Die "Öffentlichkeit" ist natürlich ein Überbegriff. Im Übrigen soll dies auch die von Dir erwähnten 25% nicht ausschließen. Wie sich Firmen positionieren können/sollten, bewerten wir hier gar nicht. Der Teil der Öffentlichkeit, den Du ansprichst, könnte auch eine klare Erwartungshaltung in Richtung "Einladung zu Gesprächen" haben.

Quittschie  03.12.2025, 15:32

Problem ist aber, das die AFD die Meinungsvielfalt untergraben will. DAS ist das Hauptproblem der AFD.... "Alle andere Parteien sind Links und nur die AFD löst alle Probleme" as ist die Hauptaussage und sehr undemokratisch. Kein "Wir" sondern "AFD gegen Alle" so hat die AFD immer gesprochen. Und sie kann sich sehr gut als Opfer darstellen....

tomaushamburg  03.12.2025, 16:16
@Quittschie
Problem ist aber, das die AFD die Meinungsvielfalt untergraben will

das ist die Behauptung der Linken, und diese Behauptung ist durch nichts belegt. Meinungsvielfalt bedeutet, dass auch Meinungen wie die der AfD diskutiert werden können. Mit jemandem zu diskutieren heißt nicht, mit ihm einverstanden zu sein. Aber die, die sich jeder Diskussion verschließen, die, die die "Brandmauer" aufgebaut haben, das ist nicht die AfD.

Quittschie  03.12.2025, 17:54
@tomaushamburg

"das ist die Behauptung der Linken, und diese Behauptung ist durch nichts belegt." das sagen alle etablierten Parteien, sogar CSU/CDU und die sind rechts...

"Meinungsvielfalt bedeutet, dass auch Meinungen wie die der AfD diskutiert werden können."

was machen wir gerade ?

"Aber die, die sich jeder Diskussion verschließen, die, die die "Brandmauer" aufgebaut haben, das ist nicht die AfD."

Gauland "Wir werden Sie jagen und bekämpfen" nur ein Zitat....

tomaushamburg  04.12.2025, 09:37
@Quittschie

das ist im übertragenen Sinne gemeint, wer hier seinen politischen Gegner jagt, körperlich angreift, verletzt, das sind die Linksfaschisten

Quittschie  04.12.2025, 10:26
@tomaushamburg

Wer ist denn für dich Linksfaschist ?

Weil sogar CDU/CSU gilt für AFDler links und Staatsapparat usw... Das ist schon alles sehr verschoben....

tomaushamburg  04.12.2025, 11:12
@Quittschie

was das hat das damit zu tun, wer jetzt gewalttätig ist? Das waren keine CDU-Leute, sondern Linksfaschisten, wie ich schon sagte. Aber die Unfähigkeit zu Differenzierung ist leider ein Merkmal vieler Extremisten

Andere Meinung und zwar...

Ich finde die Frage falsch gestellt und kann und will sie auch so nicht beantworten.

Es geht hier nicht darum, „politisch Kante zu zeigen“, sondern um eine differenzierte Auseinandersetzung mit einem realen politischen Umfeld.

Die verbreitete Darstellung folgt häufig einem binären Schema:

  • AfD = grundsätzlich abzulehnen
  • Alles andere = grundsätzlich legitim

Eine solche Sichtweise ist zu einfach, sie wird der politischen Realität nicht gerecht und trägt nicht zu einer ernsthaften inhaltlichen Diskussion bei.

Tatsächlich wird vielfach übersehen, worum es überhaupt geht. Die Berichterstattung erweckt teilweise den Eindruck, als sympathisiere der Verband der Familienunternehmer plötzlich mit der AfD oder strebe gar eine Zusammenarbeit an.

Das entspricht nicht den Tatsachen.

Unabhängig von persönlichen Einschätzungen ist festzuhalten: Die AfD wird von einem erheblichen Teil der Bevölkerung gewählt und ist im Bundestag vertreten. Man kann diese Entwicklung kritisieren, aber man kann sie nicht ignorieren. Eine Demokratie funktioniert nicht, indem man politische Kräfte ausblendet, die offenkundig einen relevanten Teil der Wähler ansprechen.

Worum ging es also konkret?

  • Der Verband der Familienunternehmer hat im Oktober 2025 erstmals AfD-Abgeordnete zu einem parlamentarischen Abend eingeladen
  • Damit wurde das bisherige Kontaktverbot aufgehoben
  • Die Verbandsführung, insbesondere Präsidentin Marie-Christine Ostermann, begründete dies damit, dass man politische Positionen nicht pauschal ausgrenzen, sondern argumentativ hinterfragen wolle
  • Zugleich wurde ausdrücklich betont, dass Gespräche weder Unterstützung noch eine Kooperation oder Regierungsbeteiligung bedeuten
  • Ziel ist es, Positionen kritisch zu prüfen, Widersprüche offenzulegen und inhaltliche Klarheit zu schaffen

Inhaltliche Auseinandersetzung ist kein Entgegenkommen, sondern ein demokratisches Prinzip. Wer politische Forderungen der AfD für falsch hält, sollte kein Problem damit haben, diese Positionen im direkten Austausch zu widerlegen.

Eine sachliche Diskussion führt im Zweifel schneller zu einer Entlarvung unhaltbarer Forderungen als pauschale Ablehnung.

Gleichzeitig gilt: Wenn einzelne Vorschläge der AfD legitime oder fachlich sinnvolle Aspekte enthalten, sollte man diese bewerten dürfen - unabhängig davon, von welcher Partei sie stammen. Eine Bewertung nach inhaltlichen Kriterien ist kein politisches Signal, sondern Ausdruck professioneller Arbeit.

Vor diesem Hintergrund erscheint der Austritt mancher Unternehmen aus dem Verband als ein Zeichen dafür, dass man die Auseinandersetzung lieber meidet als führt. Wer jedoch überzeugt ist, inhaltlich gefestigte Positionen zu vertreten, sollte diese auch im Dialog behaupten können, gerade gegenüber politischen Kräften, denen man kritisch gegenübersteht.

Eine demokratische Kultur lebt nicht von Abgrenzung allein, sondern von argumentativer Stärke. Genau darum ging es bei der Entscheidung des Verbands, und nicht um eine Annäherung an die AfD.

Ja, sollten sie generell, weil...

Unbedingt. Ich meide Würth, Milram und jetzt eben Rossmann. Habe ich keine Probleme mit. Ich muss nicht mit deren Demokratiefeindlichkeit zurechtkommen

Nein, sollten sie generell nicht, denn...

.....ich gehe eher davon aus, dass sich den allermeisten Menschen in diesem Land bei dieser Dauerhetzerei und dieser widerlichen Spaltung in angeblich gut und böse, inzwischen nur noch der Magen umdreht, weil das alles wirklich an die dunkelsten Zeiten erinnert.

Dankbar bin ich, dass ich in meinem Umfeld von Menschen umgeben bin, die noch immer normal denken können und diesen Unsinn, der tagtäglich aus den Medien auf die Menschheit einprasselt, nur noch Kopf schüttelnd zur Kenntnis nehmen.

Das Gute siegt immer - und wenn sich nun einige zur Kenntlichkeit entstellen müssen, dann ist das halt so. Mit Demokratie hat das für mich nicht mehr viel zu tun 🤷‍♀️

Andere Meinung und zwar...

Kann jeder Unternehmer machen, wie er lustig ist. Seine freie Entscheidung. Nur muss er sich nicht wundern, wenn er dadurch mehr Kunden verliert, als er gewinnt, wie z.B.:

Budweiser

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oder Jaguar

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