Hallo,
es ist toll, dass du dich für (Wild)-Bienen interessierst. Du hast eine ganze Menge an Fragen gestellt. Ich versuche mal, sie nach und nach zu beantworten.
Das Bienensterben ist noch ein großes Thema. In den frühen 2000er Jahren verzeichneten Imker:innen Verluste von teilweise bis zu einem Drittel ihrer Bienen. Dabei gab es jedoch nicht die eine Ursache für das Bienensterben. Es war viel eher eine Kombination aus verschiedenen Faktoren wie z. B. dem Einsatz von Umweltgiften, Parasiten wie der Varroamilbe (Varroa destructor), Viruserkrankungen und Stress, dem die Tiere ausgesetzt sind, wenn das Volk samt Bienbeute häufig vom Imker von einem Ort zum nächsten umgesetzt wird.
Die Population der Honigbiene (Apis mellifera) hat sich in den einzelnen Ländern aber recht verschieden enteickelt. In manchen Ländern (z. B. in den USA) sank sie, in anderen (z. B. Indien) stieg sie. In Deutschland ist seit 2007 die Anzahl an Bienen wieder deutlich gestiegen - nicht zuletzt, weil viele inzwischen Imkerei als Hobby betreiben.
Die Honigbiene ist aber ein Sonderfall, denn sie ist ein Haustier, das vom Menschen gepflegt wird. Ihr geht es daher trotz der völlig normalen jährlichen Verluste in den Bienenvölkern mehr als gut. Um die Honigbiene müssen wir uns also nicht sorgen.
Anders sieht es bei den Wildbienen aus. Von den rund 600 in Deutschland verbreiteten Arten sind laut der Roten Liste knapp die Hälfte (48 %) bedroht oder bereits ausgestorben. 5 % sind extrem selten geworden, nur 37 % gelten aktuell (noch) nicht als gefährdet.
Die Ursachen für den starken Rückgang der Wildbienen sind vielfältig. Konkurrenz durch die Honigbiene gehört aber nicht dazu.
Ein Hauptgrund für den Rückgang der Wildbienen ist der Verlust ihrer natürlichen Lebensräume. Solitäre Wildbienen sind oft an Lebensräume gebunden, die es kaum noch gibt, z. B. Magerrasen mit einer reichen Pflanzenvielfalt. Auch Nistmöglichkeiten gibt es kaum noch; da helfen auch die oftvmehr schlecht als recht gemachten Insektenhotels in den Gärten nichts, da die meisten Wildbienen Bodenbrüter sind. Ein Sandarium würde da schon eher helfen. Auch die ausgedehnten Monokulturen sind nichts für Wildbienrn. Da gibt es einmal im Jahr ein üppiges Blütenmeer für rin bis zwei Wochen und dann nichts mehr.
Hinzu kommen der Einsatz von Insektiziden in der Landwirtschaft und die Eintragung von Schadstoffen. So gelangen z. B. Stickstoffverbindungen aus der Industrie, Autoabgasen usw. in die Luft, werden kilometerweit getragen und "düngen" so selbst Natutschutzgebiete, sodass auf nährstoffarme Böden amgepasste Pflanzenarten es selbst dort immer schwerer haben.
Und der Klimawandel tut dann noch sein Übriges dazu.
Und wie gefährlich sind Monokulturen und warum macht man nichts dagegen?
Weil die herkömmliche Landwirtschaft ein Milliardengeschäft ist und eine extrem gut mit der Politik vernetzte Lobby betreibt. Es müsste dringend eine völlig neue EU-weite Agrarreform her, die ökologische Landwirtschaft fördert. Aber Bauernverbände verhindern das gezielt.