Meinung des Tages: Hamburg stimmt gegen das Bedingungslose Grundeinkommen - wie steht Ihr dazu?
(Bild mit KI erstellt)
Die Idee war groß, das Ergebnis eindeutig: Hamburg hat gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen gestimmt. Doch während Befürworter von verpasster Zukunft sprechen, sehen Gegner eine notwendige Realitätsspritze. Was steckt hinter dem Votum?
Volksentscheid mit klarem AusgangAm 12. Oktober 2025 stimmte Hamburg über zwei Themen ab – Klimaschutz und Grundeinkommen. Beide Volksentscheide scheiterten an der nötigen Mehrheit. Beim Grundeinkommen votierte eine Mehrheit gegen den Vorschlag, dass Hamburg ein Pilotprojekt starten solle. Damit bleibt Deutschland weiterhin ohne staatlich getragenen BGE-Versuch. Befürworter wie die Initiative „Expedition Grundeinkommen“ zeigten sich enttäuscht: Der Ausgang sei kein Nein zur Idee, sondern zu den Rahmenbedingungen.
Argumente auf beiden SeitenDie Diskussion um das BGE bleibt hoch emotional. Befürworter sehen darin ein Werkzeug gegen Armut, Zukunftsangst und Bürokratie. Sie argumentieren, dass ein fester Betrag für alle die Freiheit erhöhen und soziale Sicherheit garantieren könnte. Gegner warnen dagegen vor immensen Kosten – bis zu 900 Milliarden Euro jährlich – und einer möglichen Schwächung des Arbeitsanreizes. Auch Ökonomen betonen, dass eine solide Finanzierung ohne massive Steuererhöhungen kaum machbar wäre.
Signal über Hamburg hinausDas Hamburger Ergebnis könnte Signalwirkung haben: In ganz Deutschland wächst zwar das Interesse an alternativen Sozialmodellen, doch die Skepsis bleibt. Viele Menschen wünschen sich zwar mehr soziale Sicherheit, aber nicht um den Preis wirtschaftlicher Risiken. Das Nein aus Hamburg zeigt: Die Debatte ist noch lange nicht beendet – sie verlagert sich nur. Vielleicht beginnt jetzt die Phase, in der gefragt wird: Wie viel Grundeinkommen ist überhaupt realistisch?
Unsere Fragen an Euch:
- Was glaubt Ihr: Warum haben so viele Hamburger gegen das Grundeinkommen gestimmt – Angst vor den Kosten oder Zweifel am Konzept?
- Könnte ein kleineres „Teil-Grundeinkommen“ (z. B. 500 € pro Monat) ein realistischer Einstieg sein?
- Wäre ein BGE eher ein sozialer Fortschritt – oder ein Zeichen dafür, dass unser Arbeitssystem gescheitert ist?
158 Stimmen
33 Antworten
Es keine Einhörner gibt.
Sieht man bereits jetzt am bisherigen bge, besser bekannt als Bürgergeld.
Ich soll dann dafür bezahlen, dass irgendeine Pappnase mit Wasserfarben hände aufs Papier bringt?
Es gibt bereits Studien, mein Grundeinkommen z.b.
Die beweisen alle, dass niemand faul wird etc.
Allerdings wir das dann ja auch nur 2 Jahre gezahlt, ist also Fake
Ja, es tut mir auch leid, wieder auf Migration zu kommen, aber wenn jemand wenig Bedürfnisse hat, bzw mehr hat wie früher, gibt es halt keine Motivation zu arbeiten.
Mal ganz ehrlich, wie viele haben Syrien n escooter? In Deutschland ohne Arbeit aber möglich
Auch bei mir, bin 47, hab ne Herzinsuffizienz, und COPD.
Das wäre mehr, als ich bei Arbeitsunfähigkeit bekommen würde. Da würde ich dann doch nur noch Teilzeit machen.
Wieder n Elektriker der fehlt...
Nö, dann hab ich Rente. Außerdem glaube ich gar nicht, dass ich COPD habe
Dann können wir uns hoffentlich noch die Erwerbsunfähigkeitsrente leisten.
Da reichen auch die bereits vorhandenen Sozialleistungen und die Invalidenrente.
Dann bekommen Menschen die nicht bedürftig sind und problemlos selbst für ihren Lebensunterhalt aufkommen können staatliche Leistungen. Es gibt schlicht keinen Grund anderen Geld weg zu nehmen um dies anderen Leuten zu geben die es nicht brauchen.
Gleichzeitig soll dies ja die aller meisten bisherigen Sozialleistungen ersetzen. Dabei wird völlig außer Acht gelassen, das der tatsächlichen Bedarf sehr unterschiedlich sein kann. Das würde also zu weiteren sozialen Verwerfungen führen wenn dann Menschen in München oder Hamburg, die deutlich höheren Kosten der Unterkunft haben als jemand in einem Dorf in Brandenburg, das gleiche bekommen. Auch Mehrbedarfe aufgrund von zb Krankheiten würden nicht mehr berücksichtigt. Zu Harz 4 gab es schon Kritik das dies zu pauschal sei. Und jetzt sollen es noch pauschaler werden?
Würde man jedem oder zumindest allen erwachsenen Bürgern des Landes ein Grundeinkommen von z. B .900 € zugestehen, gibt es im Prinzip zwei Möglichkeiten:
- Jeder bekommt von seinem Einkommen erst einmal 900 € netto abgezogen und dann bekommt er sie vom Staat wieder. Das wäre dann ein Null-Summenspiel. Also sinnlos.
- Jeder bekommt 900 € vom Staat auf alles was er bisher bekommt oben drauf. Damit wäre auf einen Schlag eine riesige zusätzliche Geldmenge im Umlauf, die eine starke Inflation in Gang setzen würde. Es würde nicht lange dauern, bis die zusätzliche Kaufkraft von 900 € wieder egalisiert wäre. Was hätte man dann davon?
Meiner Meinung nach gab es das Experiment mit dem Grundeinkommen für jedermann schon mal. Es dauerte ziemlich genau 40 Jahre lang. Die davon betroffenen Menschen wurden durch eine Mauer und einen starken Zaun und andere Sicherheitsmaßnahmen daran gehindert, dieses Paradies und damit das Experiment zu verlassen. Warum, wenn es so gut funktioniert hat, musste man die Menschen hinter Zaun und Mauer einsperren? Jedenfalls war nach ca. 44 Jahren dieses Paradies am Ende und konnte nur durch einen Milliardenkredit noch weitere 6 Jahre durchhalten, was wohl, geschichtlich betrachtet, auch notwendig war.
Das Sozialexperiment bestand darin, dass jeder einen Arbeitsplatz und Lohn bekam. Es gab keine Arbeitslosigkeit, aber viele Menschen hatten einfach auch nichts zu tun an ihrem Arbeitsplatz. Sie bekamen also Lohn im Prinzip nur dafür, dass sie an ihrem Arbeitsplatz erschienen. Natürlich waren die Menschen fleißig und machten ihre Arbeit, aber davon gab es zu wenig und dennoch erhielt jeder seinen Lohn. Also, im Grunde nichts anderes, als das BGE, das man in Hamburg nochmal ausprobieren wollte.
Fazit: Es käme eine Inflationsspirale in Gang, die ein immer noch höheres BGE erfordern würde und am Ende wäre es nicht bezahlbar. Der Staatsbankrott wäre die sichere Konsequenz.
Unser Staat funktioniert, weil viele Menschen bereit sind, über ihre Arbeit ihren Teil an der Wirtschaft zu leisten, um dafür Geld zu bekommen und davon Steuern und Sozialabgaben zu zahlen. Das wiederum funktioniert so lange, wie die Produktivität dieser Menschen ausreicht, um all jene mitzuziehen, die nicht mehr oder noch nicht oder vorübergehend nicht arbeiten können.
Das Problem mit solchen Leistungen ist.. das es wie ein Magnet wirkt und jeden der Welt anziehen würde...
Klar würden sich viele freuen... aber ich halte relativ wenig davon...
Ich bin eigentlich dafür. Denn es würde viel Arbeit ersparen. Da dieses Einkommen bedingungslos wäre, wurden auch Schlechtverdiener viel besser dastehen und nicht auf Hilfen angewiesen sein. Und ich glaube nicht, daß jemand, der Arbeit hat, aufhört, weil er zusätzlich zum Einkommen ein BGE bekommt...oder jemand, der die Möglichkeit hat zu arbeiten, deswegen lieber zu Hause bleibt. Jedoch wurden viele Anträge überflüssig. Zum Beispiel bei Erwerbsminderungsrente/ Rente, die aufgestockt werden muß, weil sie allein nicht ausreicht. Rente plus BGE waren dann ausreichend und die ständigen Nachfragen, Fragebögen und sonstiger Papierkram überflüssig
Wenn man mehr Geld in das System pumpt (indem man Leuten Geld gibt), dann verliert das Geld nur an Wert und Preise steigen weiter. Denn Angebot und Nachfrage bestimmen immer den Preis. Durch künstliches Geld steigt die Nachfrage bei gleichem Angebot (oder sogar weniger, wenn weniger gearbeitet wird). Daher macht es gesamtwirtschaftlich nicht wirklich Sinn.
Dann warte mal ein paar Jahre ab bis dein COPD so weit fortgeschritten ist das du nur noch Halbtags arbeiten kannst oder auch gar nicht mehr. Spätestens dann wird auch ein BGE für dich interessant.