Meinung des Tages: Sollte es (bundesweit) Ausgleichstage für Feiertage geben, die auf ein Wochenende fallen?
(Bild mit KI erstellt)
Ein Streit spaltet derzeit Bayern: Während die Gewerkschaften fordern, dass Feiertage, die auf einen Samstag oder Sonntag fallen, am nächsten Werktag nachgeholt werden, hält die Wirtschaft das für völlig realitätsfern.
Viele Länder holen Feiertage nachDer Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Bayern fordert, Feiertage wie Allerheiligen oder den Tag der Deutschen Einheit künftig nachzuholen, wenn sie aufs Wochenende fallen. In über 85 Ländern weltweit, etwa in Großbritannien, Australien oder Irland, sei das längst üblich. Beschäftigte in Deutschland verlören dagegen jedes Mal einen freien Tag, wenn der Kalender ungünstig steht.
Besonders relevant wird die Diskussion im Jahr 2026, wenn gleich vier Feiertage auf ein Wochenende fallen. Der DGB sieht darin einen klaren Nachteil für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Stimmen dafür und dagegenDGB-Landeschef Bernhard Stiedl argumentiert: „Was in zahlreichen anderen Ländern selbstverständlich ist, muss endlich auch in Deutschland Standard werden.“ Beschäftigte dürften nicht durch den Zufall des Kalenders benachteiligt werden.
Ganz anders sieht das die bayerische Wirtschaft. Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), Bertram Brossardt, spricht von einem „dramatischen Realitätsverlust“. Angesichts der wirtschaftlichen Lage müsse eher mehr gearbeitet, nicht weniger. Er fordert sogar einen zusätzlichen Arbeitstag, um Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Einfluss auf andere Bundesländer?Ob Bayern tatsächlich über Ersatzruhetage nachdenken wird, ist offen. In anderen Ländern wie Großbritannien oder Neuseeland hat sich das Modell bewährt – dort gilt es als fester Bestandteil des Arbeitsrechts. In Deutschland könnte die Debatte auch andere Bundesländer anstoßen, über gerechtere Regelungen bei Feiertagen nachzudenken.
Unsere Fragen an Euch:- Wie erklärt Ihr Euch, dass in anderen Ländern dies bereits Standard ist - in Deutschland aber sogar die Forderung nach Mehrarbeit besteht?
- Findet Ihr generell die Kritik der Wirtschaft an der Forderung gerechtfertigt?
- Was würdet Ihr über einen zusätzlichen Arbeitstag denken?
Wir freuen uns auf Eure Antworten!
Viele Grüße
Euer gutefrage Team
184 Stimmen
49 Antworten
Wegen 4 von 14 (Bayern!) Feiertagen, die nicht während der Woche, sondern auf ein Wochenende fallen, fängt man eine solche Diskussion an?
Viel sinnvoller wäre es doch, mal darüber nachzudenken, welchen Sinn vor allem die religiösen Feiertage noch haben, wenn den meisten Christen diese sowieso komplett egal sind, sie für bekennende Atheisten noch weniger Bedeutung haben und Gläubige anderer Religionen sowieso ihre eigenen Feiertage haben und versuchen müssen, diese irgendwie zu begehen.
Wer jetzt darüber schimpft, dass ihm 4 Feiertage im kommenden Jahr auf ein Wochenende fallen und somit keinen arbeitsfreien Tag ergeben, sollte überlegen, ob ihm die kirchlichen Feiertage, die z. B. immer an einem Montag, immer an einem Donnerstag oder immer an einem Freitag sind, überhaupt zustehen, wenn ihm der religiöse Anlass sowieso egal ist, bzw. im Falle von Karfreitag ihn sogar stören (Tanzverbot, Verbot von Lustbarkeiten etc.).
Den Unternehmen geht immer jeweils ein produktiver Arbeitstag verloren, vielen Geschäften ein Tag, an dem sie eigentlich Umsatz machen könnten und die Pfarrer blicken dennoch meist in recht leere Kirchenräume. Wo ist da noch der Sinn?
Die meisten Arbeitnehmer erhalten jeden Monat den gleichen Lohn, egal, ob sie 21 Tage arbeiten oder wegen verschiedener Feiertage vielleicht nur 18. Darüber beschwert sich niemand. Man nimmt es als selbstverständlich hin und fordert sogar noch einen Ausgleich, wenn der Kalender mal eine ungünstige Konstellation ergibt. Ein Anrecht auf solchen Ausgleich gibt es genauso wenig, wie für Urlaubs- oder Feiertage, die wegen schlechten Wetters buchstäblich ins Wasser fallen.
Arbeitnehmer, die nach Ausgleich schreiben, sollten froh sein, dass es bei uns so viele Feiertage gibt. In vielen anderen Ländern gibt es sehr viel weniger Feiertage während einer Arbeitswoche und somit hinkt auch der Ländervergleich.
Danke - genau meine Meinung. Die meisten wissen doch noch nicht mal was für ein Feiertag ist. Geht nur noch um "arbeitsfreie" Tage.
bei der „Osterruhe“ war es doch so, dass man meinte, dass es mit horrenden Kosten verbunden sei... oder?
Auffällig ist ja schon einmal, dass dieser Streit ausgerechnet in einem Bundesland stattfindet, das ohnehin schon einen Feiertagsvorsprung von bis zu drei Tagen vor den anderen Bundesländern hat.
Wenn man schon um ausgleichende Gerechtigkeit bemüht ist, dann sollte man doch erst einmal überlegen, bundesweit eine einheitliche Zahl an Feiertagen einzuführen – auch wenn das bedeutet, dass Bayern und andere privilegierte Bundesländer evtl. auf einen oder zwei Feiertage verzichten müssen.
Ein interessanter Ansatz! Danke, dass Du Dich beteiligt hast!
...es ist gut so wie es ist.
Tag der deutschen Einheit ist nunmal am 3. Oktober basta. Weihnachten 24.-26. Dezember und nicht am 27 oder 30.
Seltsamerweise beschwert man sich in Bayern. Da gibt es die meisten Feiertage. Ich würde sowieso alle Feiertage in jedem Bundesland einheitlich legen. Warum wird am 1. November beispielsweise in Viernheim/ Hessen gearbeitet, 15 km weiter in Mannheim/ Baden- Württemberg nicht? Warum ist Dreikönig 6.1. in Bayern und BW Feiertag, im übrigen Deutschland nicht oder Maria Himmelfahrt am 15. August im Saarland und Bayern? Da geht es doch schon los. Buß- und Bettag im November wurde schon für die Wirtschaft geopfert. Warum ist er noch in Sachsen Feiertag. Man sollte eher da mal ansetzen
Und in wievielen der anderen Länder ist der Sonntag nicht Zwangsfeiertag?
Statt mehr freie Tage wäre einfach ne generelle Arbeitszeitkürzung sicher besser. Viele Tätigkeiten in vielen Jobs sind gefühlt eh nur Beschäftigungstherapien und könnten auch einfach mal weggelassen werden. Eine so bereinigte Arbeitszeit wäre wesentlich produktiver als das Zeitschinden.
Alle jammern über die vielen Bürgergeldempfänger. Wenn man denen einen Minijob gibt wird der Personalmangel bei Sonntagsarbeit abgefangen und die Leute hocken nicht mehr nur daheim am Sofa.
Finanziert werden kann das indem die Leute an der Spitze einfach mal weniger gierig sind und sich Millionen einstecken während ihre Angestellten mit Mindestlohn zufrieden sein sollen.
warehouse14
Irgendwie eine lächerliche Forderung der Gewerkschaften.
Die bisherige Regelung (es ist wie es ist) ist schon arbeitnehmerfreundlich da die meißten Wochentage eben Werktage sind. Da darf man dem AG auch mal Feiertage an Wochenenden gönnen.
Ansonsten stell ich mir das witzig vor, beispielsweise Ostersonntag gleich mal am Dienstag danach auszugleichen.
Ohne das nachgeprüft zu haben, stelle ich mir die Frage wieviele Urlaubstage, die AN in den 85 anderen ländern haben, welche länder das sind und ob sie mit deutschland vergleichbar sind.
Ich finde die Kritik der Wirtschaft an dieser Forderung berechtigt, ja.
Bayern hat mit die meißten Feiertage und mit das höchste BIP pro Kopf, wenn man daraus etwas ableiten will, wäre nicht ein zusätzlicher Arbeitstag wichtig sondern mehr Feiertage für die anderen.
Ansonsten stell ich mir das witzig vor, beispielsweise Ostersonntag gleich mal am Dienstag danach auszugleichen.
das wird nie vorkommen, den der Ostersonntag ist genauso wie der Pfingstsonntag kein gesetzlicher Feiertag
Geh du mal 4 Sonntage arbeiten. Dann weißt du, was 4 Tage zu arbeiten oder nicht zu arbeiten bedeutet.