Hallo an alle! Da ich bald eine große OP bekomme und mich deshalb gerade sehr stark mit dem Thema Geburtstrauma und Angst vor Krankenhäusern auseinandersetze, habe ich mir eben nochmal den Entlassbrief von dem KH Aufenthalt bei der Geburt meines Sohnes durchgelesen... und festgestellt, dass Vieles was passiert ist, fehlt oder falsch ist.
Zu meiner Verteidigung möchte ich als Allererstes sagen, dass das meine erste Schwangerschaft war, ich von der ganzen Situation sehr starke Angstzustände davongetragen habe und danach einfach froh war, zuhause zu sein. Ich habe mir das alles danach nie wieder angeguckt, da es mir selbst zuhause noch sehr schlecht ging.
Um es mal zu erklären: Ich wurde eingeleitet mit Gel, hat aber nach langem Warten nichts gebracht. Dann wurde mit dem Oxytocintropf unter PDA weiter eingeleitet. Diesen habe ich wohl nicht vertragen, die Herztöne vom Kind waren plötzlich weg und mein Blutdruck sehr niedrig. Daraufhin wurde mir irgendetwas über den Zugang gespritzt (keine Ahnung was), was mich extremst hat Zittern lassen, mit Herzrasen allem drum und dran (das ganze Bett hat gebebt, mein damaliger Freund meinte zu mir es sah aus als hätte ich einen epileptischen Anfall gehabt). Danach wurde der Tropf von neuem gestartet. Gleiches Ergebnis, gleiches Prozedere, das ganze insgesamt 3(!!) Mal!
Nach dem 3. Mal standen dann ganz plötzlich ganz viele Leute im Raum. Ich musste einen Notkaiserschnitt bekommen und dann ging auch alles ganz schnell. Ich kam in den OP Raum, musste noch schnell mein Zungenpiercing rausmachen, woraufhin ich mir vom Chirurg anhören musste, dass das (Zitat!) doch eh hässlich ist und warum ich mir sowas überhaupt stechen lasse.
Naja, Vollnarkose vorbei, Kind kam Gott sei Dank gesund und munter auf die Welt. Ich hingegen... lag dann erstmal auf der Intensivstation, total am Boden zerstört, weil ich die Geburt von meinem Kind nicht mitbekommen habe. Warum wusste ich erstmal nicht.
Meine Arme waren komplett zerstochen nach der OP und ich hatte 5 Schläuche an mir dran. Die Damen auf der Intensivstation gaben mir 2 Flaschen Novalgin Sulfon (was nix gebracht hat) über den Zugang im Arm gegen die Schmerzen, welche die PDA, die immernoch in meinem Rücken steckte, versursachte. Das war viel schlimmer, als die riesen Narbe am Bauch!! Das Novalgin hat aber absolut 0 geholfen, dann wurde mir wieder etwas durch den Zugang gespritzt, was mir 30min Ruhe gab, danach aber aufgehört hat zu wirken. Auf die Anfrage, die PDA ziehen zu lassen, wurde mir immer gesagt, das Anästhesie Team hat gerade keine Zeit. Ich habe am Ende erst am Nachmittag vom nächsten Tag die PDA endlich rausbekommen, als ich wieder auf meinem Zimmer war und gedroht habe mir den schlauch selbst zu ziehen, weil mich das wahnsinnig gemacht hat!
Die Damen auf der Intensivstation wussten nichtmal warum ich da war. Eine hat irgendwas von Blinddarm OP gefaselt und als ich ihr gesagt habe, dass ich ein KIND BEKOMMEN habe, hat sie mich erstmal angeschaut wie ein Auto. Keiner konnte mir sagen, warum ich einen Tag auf der Intensivstation verbringen musste!
Nachdem ich dann das KH endlich verlassen durfte, hat mich das alles nach ein paar Tagen eingeholt und ich hab nachgefragt, was da eigentlich Sache war. Nachdem mir erstmal erzählt wurde, dass ich eine doppelte Uterusruptur hatte bei der OP, wurde mir ca. eine Woche später gesagt, dass es das doch nicht war und eine der Hebammen, die bei der OP selbst dabei war, hat mir gesagt, dass ich eine Uterus Atonie hatte und knapp einen Liter Blut verloren hatte. (Erklärt dann auch, warum mir so elendig Kalt war und ich ohne extra Sauerstoff nur ganz wenig Luft bekam und der Monitor bei der weißen Linie immer rot wurde zwischendurch. Habe aber auch keine Bluttransfusion bekommen, nur Salzlösung über den Tropf).
So, und jetzt steht da Folgendes im Entlassbericht (nur Relevantes aufgeführt):
Diagnose: 1 Gravida 1 Para (war vorher noch nie schwanger??)
Geburtseileitung: mit Minprostin Vaginalgel bei Terminüberschreitung (sonst nichts)
Sekundäre Sektio am [DATUM] um [UHRZEIT]
Indikation zur OP-Entbindung: Pathologisches CTG
Anästhesie: Periduralanästhesie
Blutverlust: 700ml
Meine Frage wäre nun, was kann ich machen, um das berichtigen zu lassen? Oder ist das alles richtig so, wie das da steht? Warum wurde die Vollnarkose nicht aufgeführt, warum steht da nichts von der Atonie? Oder irgendwas von den Sachen, die vor der OP passiert sind?
Ich kenne mich damit nicht aus und hätte gerne eure Meinung. Da ich das ganze Thema so lange gemieden habe, ist das wahrscheinlich eh schon zu lange her (2021)... Aber wenn ich es berichtigen lassen kann, dann würde ich das auch gerne tun.
Vielen Dank im Voraus und sorry für den langen Text ^^"