Meinung des Tages: Abstimmung im EU-Parlament - Sollten vegane Ersatzprodukte Eurer Meinung nach weiterhin "Fleisch" oder "Wurst" heißen dürfen?
(Bild mit KI erstellt)
Streit um Bezeichnung veganer Fleischalternativen
Das EU-Parlament berät über ein mögliches Verbot von Begriffen wie „Veggie-Burger“, „Soja-Schnitzel“ oder „Tofu-Wurst“. Befürworter des Vorhabens, darunter die konservative Europaabgeordnete Céline Imart, warnen vor einem „Verwechslungsrisiko“ und sehen Landwirte durch Nachahmungsprodukte benachteiligt.
Unterstützt werden sie unter anderem von Bundeskanzler Friedrich Merz und Landwirtschaftsminister Alois Rainer. Nach ihrem Verständnis sollen Bezeichnungen wie „Schnitzel“ oder „Wurst“ künftig nur erlaubt sein, wenn tatsächlich Fleisch enthalten ist. Über die endgültige Umsetzung müsste nach der Parlamentsentscheidung noch mit den EU-Staaten verhandelt werden.
Verbraucherschützer und Hersteller lehnen Verbotspläne ab
Verbraucherorganisationen wie Foodwatch, der Verbraucherzentrale Bundesverband und die europäische BEUC sprechen sich entschieden gegen das geplante Verbot aus. Sie halten die Gefahr einer Täuschung für unbegründet, da vegane Produkte klar als solche gekennzeichnet seien. Auch die Rügenwalder Mühle betont, dass Begriffe wie „Schnitzel“ oder „Burger“ Verbrauchern Orientierung geben und ihre Abschaffung zu Verwirrung führen würde. Das Unternehmen warnt vor Kosten in Millionenhöhe durch Umstellungen bei Verpackungen und Namen sowie vor möglichen Umsatzrückgängen.
Verbraucherschützer fordern stattdessen einheitliche und transparente Kennzeichnungsregeln, um Klarheit zu schaffen, statt etablierte Begriffe zu verbieten.
Bedeutung und Entwicklung des Marktes für Fleischersatz
Trotz wachsender Beliebtheit pflanzlicher Alternativen bleibt der Fleischkonsum in Europa deutlich höher. In Deutschland lag der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch zuletzt bei über 50 Kilogramm, während nur etwa 1,5 Kilogramm Fleischersatzprodukte pro Person hergestellt wurden. Dennoch hat sich die Produktion von Veggie-Produkten in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Firmen wie Rügenwalder Mühle erzielen inzwischen einen Großteil ihres Umsatzes mit vegetarischen und veganen Alternativen, wobei Deutschland als größter Markt Europas gilt.
Befürworter des Verbots argumentieren, dass traditionelle Bezeichnungen den Wert tierischer Produkte schützten, während Kritiker betonen, dass Konsumenten längst zwischen Fleisch und Ersatzprodukten unterscheiden können.
Unsere Fragen an Euch:
- Sollte vegane Ersatzprodukte nicht mehr "Fleisch" oder "Wurst" heißen dürfen?
- Gibt es tatsächlich ein relevantes Risiko, dass Verbraucher vegane Produkte mit Fleischprodukten verwechseln?
- Haben Begriffe wie „Schnitzel“ oder „Wurst“ heute eine rein fleischbezogene Bedeutung – oder sind sie längst zu allgemeinen Bezeichnungen für Zubereitungsformen geworden?
- Ist das Verbot wirklich Verbraucherschutz – oder eher Symbolpolitik, um traditionelle Wirtschaftszweige zu schützen?
Wir freuen uns auf Eure Meinungen.
Viele Grüße
Euer gutefrage Team
137 Stimmen
22 Antworten
Mir ist das ziemlich egal, es muss vor allem bei undurchsichtigen Verpackungen der Inhalt klar und verständlich deklariert werden.
Wer bei 'Tofuschnitzel' glaubt, das stamme vom Tofutier, muss hingegen einfach Lehrgeld bezahlen. Man fragt sich heutzutage immer wieder, wie manche Menschen überleben können, da der gesunde Menschenverstand wohl irgendwo abhandengekommen zu sein scheint.
Tofutier ;-)
Naja, die natürliche Selektion gibts beim Menschen schon längst nicht mehr, sonst wären so einige keine 5 Jahre alt geworden.
Ganz ehrlich - es ist mir schnurzpiepegal, ob gepresste Sojapampe "Wurst" heißen darf. Oder pürierte Mandeln "Milch". Oder eine Rittersport-Kakaotafel "Schokolade".
Sorgt einfach dafür, dass Zutatenlisten verständlich formuliert und auch für Nicht-Kurzsichtige lesbar sind und lasst die Verbraucher selbst entscheiden.
Wenn man nicht wüsste, dass es manchen bitterernst damit ist, könnte man fast glauben, Europa würde bewusst von der Weltpolitik ablenken...
Putin knabbert die Ostgrenzen an, Trump droht nicht nur mit dem Rückzug aus der NATO, er schafft Schritt für Schritt die Demokratie in den USA ab und ist dichter am Frieden in Nahost als Europa seit Jahrzehnten war, China hat die "Alte Welt" längst in allen "Fortschrittstechnologien" überholt - und in Brüssel vergnügt man sich mit Wortklaubereien...
Habt ihr da oben nichts aus der Salatgurkenkrümmung gelernt? Lasst euch nicht ständig vor irgendwelche Lobbyisten-Karren spannen!
Es kommt für mich darauf an.
Es muss in jedem Fall klar erkennbar sein. Es gibt Produkte auf denen ganz klar "Vegane Frikadellen" steht und daran habe ich nichts auszusetzen. Es gibt aber eben auch die große Aufschrift "Frikadellen" mit einem kleinen "auf pflanzliche Art" darunter, was a) nicht sofort erkennbar und b) ziemlich nichtssagend ist. Oder eben "Tofuwurst", was falsch verstanden werden kann.
(Ich kritisiere beispielsweise auch, dass auf Lachsschinken klarer sein muss, dass es Schwein ist. Eben weil es mehr als genug Leute gibt, die nicht an "Schweinelachs" denken, sondern an den Fisch. Das beschränkt sich also nicht auf vegane Produkte bei mir)
Es gibt auch "Käsewiener" oder "Paprikasalami" und das heißt für mich nicht "Wiener nur aus Käse" oder "Salami die aus Paprika gemacht ist". Genauso impliziert "Tofuwurst" oder "Veggieschnitzel" für mich, dass es eine Wurst mit Tofu oder ein Schnitzel mit Gemüse drin ist.
Wenn die Tofuwurst also zwischen normalen Roster liegt, dann ist das für mich sehr wohl täuschend. Anders ist es aber, wenn es ein separates Regal mit veganen Alternativen gibt. Hier ist es eindeutig, dass es kein Fleisch ist.
Deshalb hinkt für mich auch immer der Vergleich mit Scheuermilch: Du findest Scheuermilch nicht zwischen Milch und laktosefreier Milch, sondern bei den Reinigungsmitteln. Anders ist es eben mit Hafer"milch"
Die Produkte können gerne Wurst, Schnitzel, Milch, usw. heißen. Dann muss da aber auch ganz explizit und gut erkennbar draufstehen, dass es Vegane Alternativen sind. Oder es muss eben durch die Position im Laden erkennbar sein.
Ich verstehe den Grund überhaupt nicht, warum ein überzeugter Veganer oder Vegetarier solche Bezeichnung gut findet und solche Produkte kauft.
Ich esse gerne mal Fleischlos, aber ein Salat oder Gemüse, Tofu etc muss doch nicht aussehen wie Wurst und Schnitzel. Und schon gar nicht hochverarbeitet sein mit viele Zusatzstoff-Müll.
Ich habe mal so eine veganen Käse aus Versehen gekauft, lag im Käse Kühlfach und stand irgendwas mit Käse drauf. Habe ich erst nachher gelesen als ich das ungeniessbare Zeug schon im Mund hatte. Ab in die Biotonne ! (oder war das falsch und hätte als Chemie Sondermüll entsorgt werden müssen ?)
Darum: Käse sollte nur draufstehen wenn Käse drin ist !
Ursprünglich oder wenn gut gemacht tatsächlich mit Leber
weder Leber noch Käse und auch nicht vegan
Und genau deswegen die passende Rückfrage auf
Käse sollte nur draufstehen wenn Käse drin ist !
Ich verstehe den Grund überhaupt nicht, warum ein überzeugter Veganer oder Vegetarier solche Bezeichnung gut findet und solche Produkte kauft.
Tierprodukte ablehnen, aber die Namen haben wollen...
Hier zeigt sich wieder die Doppelmoral.
Diese meistens sehr ungesunden, weil hochverarbeiteten Lebensmittel, sollten bereits deswegen anders bezeichnend werden, weil sie nachweislich ungesund sind.
Leider scheint kein Gesetz zu bestehen, dass vorschreibt, dass Wurst, Fleisch und/oder Burger, auch aus entsprechendem hergestellt werden muss., wie z.B. beim Cordon Bleu.
Ein Cordon Bleu oder Wienerschnitzel hat aus Kalbfleisch zu bestehen. Anderenfalls hat die Fleisch- oder Geflügelart angegeben zu werden. Da selbst auf Wikipedia es nicht ganz korrekt bezeichnet wird, sollte die Gesetzeslage für alle anderen Fleischprodukte entsprechend auch angepasst werden. Anderenfalls besteht Verwechslungsgefahr.
Entsprechend sollte auch die Gesetzeslage bei Fleischprodukten, egal ob Wurst, Burger oder was auch immer, sein.
Dass man darüber diskutieren muss...
Immer diese Sonderwünsche von Kleinstgruppen, bei eigentlich klarer Sachlage. Dass erinnert mich stark an den Genderwahn, der mittlerweile bei den ÖRS regelmäßig, mit den Substantivierungen von Partizipien zu Falschinformationen führt. Man sucht sich etwas heraus, was einem gerade passt, dann soll die Gesellschaft es ertragen. Aber wehe es handelt sich um Bezeichnungen mit negativen Mermalen, wie Terrorist. Da existiert plötzlich kein gegendere mehr.
Ich esse auch gerne Mal vegan. Dann beiße ich in einen Apfel.
Volle Zustimmung ... das Problem dieser hochverarbeiteten Lebensmittel scheint vielen nicht bewusst zu sein. Aber Nestle und Co haben den Trend zu verganer Ernährung so clever für ihren Müll genutzt.
In einem korrigiere ich: das originale Wiener Schnitzel kommt immer vom Kalb, das Schweineschnitzel ist das "Schnitzel Wiener Art"
Aber Nestle und Co haben den Trend zu verganer Ernährung so clever für ihren Müll genutzt.
...und verkaufen den "Dreck" für überhöhte Preise.
In einem korrigiere ich: das originale Wiener Schnitzel kommt immer vom Kalb, das Schweineschnitzel ist das "Schnitzel Wiener Art"
Musst Du nicht korrigieren, denn so hatte ich es geschrieben. Cordon Bleu und Wienerschnitzel, beides hat per Gesetz oder Verordnung, aus Kalbfleisch zu bestehen.
Zitat: "Ein Cordon Bleu oder Wienerschnitzel hat aus Kalbfleisch zu bestehen. Anderenfalls hat die Fleisch- oder Geflügelart angegeben zu werden."
Nun hätte ich gerne ein leckeres Wienerschnitzel. 😉 ...mit Bratkartoffeln, dazu einen kräftigen Riesling.
Es erinnert mich an den Krümmungsgrad der Salatgurken. Und in Anbetracht der Probleme die es schon auf der der Welt gibt ist das wieder mal ein Beispiel einer übergriffigen EU Behörde, die sich in ihrer Regulierungswut wieder ein paar Gegner macht. Ein gutes Beispiel, warum Menschen und Parteien wieder europakritischer werden.
Und wie die Dinger zukünftig heissen sollen, ist mir persönlich egal. Eine Umstellung wird die Industrie aber Millionen kosten. Und wir kennen alle die berühmten Ausnahmen die weiterhin bestehen bleiben würden, wie das Sellerieschnitzel aus dem 19. Jahrhundert und die Kokosmilch aus dem 20 Jahrhundert.
Fleischersatz soll industrieseitig schon immer die Flexitarier begeistern, viele Veganer lockt man damit nicht hinter dem Ofen hervor. Aber vielleicht hilft eine Umbenennung beim kommerziellen Erfolg ? Oder auch nicht 😉
Flexitarier
Gefällt mir. 😊 Vielleicht werde ich mich zukünftig selbst so bezeichnen.
Leberkäse?