Hallo zusammen,
ich (m, Ende 20) hätte gern Einschätzungen, weil ich aus dem Verhalten einer Frau (Mitte 20, vor ein paar Monaten nach langer Beziehung getrennt) nicht ganz schlau werde. Wir kennen uns vom Sehen seit vielen Jahren (Dorf, Familien kennen sich), aber richtig gesprochen haben wir erst seit ein paar Wochen.
Gestern war das Gespräch deutlich persönlicher als sonst.
Gestern kam es zufällig zu einem Gespräch (ich stand am Carport und war am Abbauen von Weihnachtsbeleuchtung, sie kam mit ihrem Vater und den zwei Hunden zurück). Es war nicht negativ, eher im Gegenteil: überraschend offen und vertraut.
Was mir dabei aufgefallen ist:
Gesprächsdauer: ca. 5 Minuten (für uns schon viel, weil wir früher kaum gesprochen haben).
Thema Silvester/Hunde: Ich habe gefragt, ob die Hunde gut durch Silvester gekommen sind.
Erst meinte sie, es sei ganz okay für die Hunde gewese und dann sagte sie kurz danach, nachdem ich erklärte wie es in einer anderen Ortschaft bei unserer Hündin war von sich aus:
„Ich fand Silvester total unheimlich.“
Das war für mich ein Moment von Verletzlichkeit/Offenheit, kein typischer Smalltalk.
Hintergrund zu den Hunden: Es ging dann recht ins Detail: bei einer Hündin wussten sie die Rasse nicht genau, weil sie aus dem Ausland kommt (Tötungsstation). Das waren für mich ungewöhnlich private Infos in so einem „Nachbarschaftsgespräch“.
Vater war sehr einbindend: Er hat richtig erklärt (Rasse, Fell, Ohren usw.), sogar kurz das Fell unter der Decke gezeigt. Das wirkte, als wäre ich nicht nur “der Typ von nebenan”, sondern als dürfte das Gespräch ganz normal Tiefe haben.
Sie hat mir dann erklärt wie lieb die Hunde sind.
Lachen/Emotion: Es gab einen Moment, wo sie mich ansah, erzählte und herzlich lachte. Sie hat mich dabei angeschaut und wirkte insgesamt zugewandt. Auch hat sie sich proaktiv mehrfach ins Gespräch eingebracht.
Ende des Gesprächs: Dann kamen andere Leute vorbei, Hunde wurden unruhig, sie ging mit der schwierigeren Hündin Richtung Haus. Der Vater blieb noch kurz im Gespräch und meinte sinngemäß mir: „Ach, ich hab doch noch Zeit, obwohl ich sagte mal ins Haus zurück zu müssen".
Heute Vormittag haben ihre Schwester und ihr Vater mich beim Schnee kehren gesehen, ich habe gesagt, dass das für meine Pflegeperson sehr wichtig ist, die Schwester hat Verständnis gezeigt, der Vater mich zweimal gelobt.
Heute – eher still, aber sie kam trotzdem wieder in meinen “Bereich”
Heute war es stark verschneit. Ich habe sehr viel Schnee geräumt (Gehweg, Einfahrt, Carport-Einfahrt von mir, Straße/Wendestelle dort, weil es dort kein Räumdienst macht, zusätzlich bei älteren Machbarn und einen Parkplatz. Carport und Einfahrt sind blitzeblank.
Das habe ich gestern vor dem Gespräch auch schon gemacht. Im Gespräch hat ihr Vater direkt neben ihr stehend auch private Dinge von ihr erzählt, z.B. warum sue sich mit ihrer Schwester die spezifischen Hundenamen ausgedacht hat, wie sie die Hunde mit ihrer Schwester geholt hat und die beiden Erwachsenen Schwester "die Mädchen genannt".
Ich bin im Gespräch freundlich gewesen, aber natürlich emotional zurückhaltend.
Sie kam später von der Arbeit zurück und parkte wieder bei uns im freigeräumten Carport.
Also: sie ist nicht ausgewichen, sie ist ganz normal in diesen Bereich gekommen.
Aber: Es gab keinen aktiven Gruß/kein kurzes Gespräch (ich war am Eingang des Hauses am Arbeiten und bin bewusst nicht „auf sie zugelaufen“, um nicht aufdringlich zu wirken und stand mit dem Rücken zu ihr).
Es fällt auf: wenn ich einen Raum schaffe oder Dritte, tritt sie bei mir ein, wenn nicht, bleibt sie zurückhaltender.
Meine Fragen (gern v. Frauen/Personen mit Erfahrung):
Ist es nach einer Trennung normal, dass jemand in einem Gespräch sehr offen wirkt (sogar „unheimlich“ sagt), am nächsten Tag aber wieder zurückhaltender ist, ohne dass es gleich „Abweisung“ heißt?
Kann das so etwas sein wie „zu viel preisgegeben – und am nächsten Tag wieder sortieren/Schutzmodus, erstmal verarbeiten, nicht zu aufdringlich wirken, Schamgefühl, Unsicherheit etc.“?
Ich bin allgemein bis gestern immer sehr sachlich und zurückhaltend und emotionsneutral gewesen und weiche auch regelmäßig aktiv aus.
Wie wirkt mein Verhalten auf euch: Helfen (Schnee räumen/Carport frei halten), aber nicht jedes Mal sofort Kontakt suchen, damit kein Druck entsteht?
Woran erkennt man bei so einer Nachbarschaftsdynamik seriös, ob es nur Nettigkeit/Vertrautheit ist oder ob es Potenzial für einen richtigen Kontaktgibt?
Wir haben einige gemeinsame Interessen und kennen uns vom Sehen seit frühsten Kindheitstagen.
Ich wollte heute nicht aktiver werden, weil ich sie nicht bedrängen möchte. Das war gestern schon sehr viel, gerade auch was der Vater erzählt hat.
Danke euch.
LG